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Mitteldeutschland Mehr Schusswaffen, mehr Waffenscheine: Sachsen rüsten auf
Region Mitteldeutschland Mehr Schusswaffen, mehr Waffenscheine: Sachsen rüsten auf
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17:13 31.07.2018
Die sachsische Bevölkerung besitzt immer mehr Waffen. Quelle: dpa
Dresden

Die Sachsen rüsten nach Darstellung der Linken immer stärker auf. Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der registrierten Schusswaffen gegenüber 2017 um gut 15 000, wie der innenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Enrico Stange, am Dienstag mitteilte. Waren es 2017 noch 150 570, so wurden laut Stange zum 30. Juni dieses Jahres schon 165 804 gezählt. Dabei fielen Repetier- und halbautomatische Waffen ins Gewicht. In privatem Besitz überwögen die gefährlicheren Schusswaffen, deren Zahl wachse.

Stange hat nach eigener Darstellung die Antworten mehrerer Kleiner Anfragen an die Landesregierung ausgewertet. „Der Trend zur Bewaffnung in Sachsen ist ungebrochen“, stellte er fest. Dies betreffe sowohl den legalen Besitz als auch die registrierten Schusswaffen sowie die waffenrechtlichen Erlaubnisse und Kleinen Waffenscheine. Die Zunahme gefährlicher Waffen sei besorgniserregend.

Der Auswertung zufolge ist nicht nur bei den registrierten Schusswaffen ein Anstieg zu verzeichnen. So seien 2017 noch 28 066 Schusswaffenbesitzer registriert worden, zum 30. Juni seien es 29 345 gewesen. Nach Angaben des Landtagsabgeordneten wuchs die Zahl der waffenrechtlichen Erlaubnisse von 43 759 (2017) auf 46 674. Bei Kleinen Waffenscheinen, mit denen Reizstoffsprühgeräte und Schreckschusswaffen geführt werden dürfen, betrug das Plus mehr als 11 Prozent und kletterte von 16 365 auf 18 195.

Stange monierte, dass im Gegensatz zu dieser Entwicklung die Kontrollen rückläufig seien. In ganz Sachsen gebe es nur 33 Stellen bei den Waffenbehörden. Diese seien trotz geringer Personalzuwächse unterbesetzt und könnten nicht effizient genug kontrollieren - „das muss sich ändern“.

2017 wurden dem Linken-Politiker zufolge insgesamt 1299 Kontrollen der Aufbewahrung vorgenommen, im ersten Halbjahr 2018 nur 390. Die waffenrechtliche Zuverlässigkeit sei im vorigen Jahr 15 883 Mal gecheckt worden, in diesem Jahr bis zum 30. Juni 8742 Mal. Im Vorjahr wurden 96 waffenrechtliche Erlaubnisse widerrufen, im ersten Halbjahr 2018 kam es 46 mal dazu.

Von dpa

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