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Mehr Sachsen suchen Rat als Verbraucher

Jahresbilanz 2016 Mehr Sachsen suchen Rat als Verbraucher

Mehr als 27.500 Personen haben im vergangenen Jahr Rat in einer der 15 Standorte der Verbraucherzentrale Sachsen gesucht. Schwerpunkt der Beratungen bildeten rechtliche Probleme, gefolgt von den Themen Energie, Versicherungen sowie Finanzen.

Vorstand Andreas Eichhorst, Dr. Carmen Friedrich (Finanzen) und  Michael Hummel (Referatsleiter Recht).

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen

Mehr als 27.500 Personen haben im vergangenen Jahr Rat in einer der 15 Standorte der Verbraucherzentrale Sachsen gesucht. Das teilte Vorstand Andreas Eichhorst am Freitag in Dresden mit. Das sind 5500 Menschen mehr als noch im Jahr 2015. Schwerpunkt der Beratungen bildeten rechtliche Probleme, gefolgt von den Themen Energie, Versicherungen sowie Finanzen.

Bei rund 45 Prozent der Anfragen ging es um Online-Abofallen, Probleme mit Telefon- oder Internetanbietern, Urlaubsärger bei Pauschalreisen oder unseriöse Partnervermittlungen. 14 Prozent der Anliegen drehten sich um Energiesparpotenziale in den eigenen vier Wänden, den Anbieterwechsel oder um Vertragsprobleme mit Energieunternehmen. Rund 8,4 Prozent der Ratsuchenden hatten Fragen zu Geld und Krediten, weitere sieben Prozent zu Versicherungen.

Die Verbraucherzentrale berät aber nicht nur, sie setzt auch geltendes Recht um. Werden Mitarbeiter auf systemische Probleme von Anbietern aufmerksam, ziehen sie vor Gericht. Das bekamen auch 2016 einige Unternehmen mit windigen Geschäftsideen zu spüren. So wurde beispielsweise gegen die MGN GmbH aus Dresden mobil gemacht, um die falschen Gesundheitsversprechen des Nahrungsergänzungsmittelanbieters erfolgreich zu unterbinden. Für Reisende mit Kindern hatte das Buchungsportal www.hotelreservierung.de – eine Tochter des Leipziger Unternehmens Unister – die Preise auf intransparente Weise berechnet. Das Oberlandesgericht Dresden hielt diese Art der Darstellung für unzulässig.

Bei der Care Management GmbH reichten die Verbraucherschützer eine Klage gegen die 36-monatige Vertragslaufzeit ein, die der Energiedienstleister Kunden auferlegen will. Dabei soll es nicht bleiben. „Die Beschwerden von genervten Kunden stapeln sich bei uns. Das Unternehmen zeigt sich dermaßen uneinsichtig und kritikresistent, dass wir davon ausgehen, unsere Gerichtsreise in diesem Jahr fortzuführen“, so Eichhorst.

80.000 Euro hat er für Prozesse in seinem Etat, der insgesamt 5,7 Millionen Euro umfasst. Größter Geldgeber ist der Freistaat, der die Zuwendung für 2017 von 3,3 auf knapp 3,7 Millionen Euro angehoben hat. Zudem finanziert sich die Verbraucherzentrale Sachsen durch Eigeneinnahmen aus gewonnenen Prozessen, Beratungen, Veranstaltungen und Spenden sowie durch Förderungen von den Kommunen. So bekommt die Beratungseinrichtung in der Landeshauptstadt beispielsweise nach fünf Jahren ohne Zuwendung jeweils 10 000 Euro in diesem und im kommenden Jahr, wie der dortige Leiter Robert Hoyer mitteilte.

Auch 2017 sucht die Verbraucherzentrale Abzocker, Blender und Mogelpackungen. „Jeder kann abstimmen, wer unseren Negativpreis, den Prellbock, erhalten soll und wen wir damit klar in die Schranken weisen sollen“, erklärt Eichhorst. Möglich ist das zwischen dem1. Februar und dem 15. November in allen Beratungsstellen oder im Internet.

www.verbraucherzentrale-sachsen.de/prellbock

Von Christin Grödel

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