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Mitteldeutschland Mehr Krankenpfleger in Sachsen gefordert
Region Mitteldeutschland Mehr Krankenpfleger in Sachsen gefordert
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11:44 19.09.2017
Symbolbild Quelle: dpa
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Dresden

Schlechte Arbeitsbedingungen, viele Überstunden, fehlende Mitarbeiter: Die Belastung für Krankenpfleger in Sachsen ist hoch. „Das Personal braucht dringend Entlastung“, erklärte Verdi-Mitarbeiter Bernd Becker der Deutschen Presse-Agentur. Darum will die Gewerkschaft am Dienstag mit einem bundesweiten Aktionstag auf die aktuelle Situation aufmerksam machen. Berechnungen hätten ergeben, dass sachsenweit elf Prozent mehr Personal in Kliniken benötigt werde. Zudem hätten sich in den Krankenhäusern rund 1,5 Millionen Überstunden angesammelt. Überall im Land fehlten Mitarbeiter.

Auch laut Sächsischem Pflegerat gibt es zu wenige Krankenpfleger für zu viele Patienten. In fast allen europäischen Ländern sei die Zahl der Pflegebedürftigen pro Pflegendem besser als in Deutschland, erklärte der Vorsitzende Michael Junge. Das führe nicht nur zu einer schlechteren Versorgung der Patienten. Die Arbeitsbedingungen ließen auch potenzielle Bewerber zweifeln, ob sie überhaupt einen Pflegeberuf ergreifen. „Eine fatale Entwicklung in einem Bereich, der dringend Fachkräfte benötigt.“

Mehr Personal sei die Voraussetzung, „um die Arbeitsbelastung zu senken, die Freude am Beruf zu erhalten und die Berufsflucht zu verhindern“, sagte auch eine Sprecherin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). Zudem müsse das Gehalt stimmen. Noch immer verdienen Pfleger im Osten durchschnittlich 18 Prozent weniger als im Westen, wie die Sprecherin des DBfK sagte.

Den sächsischen Krankenhäusern ist das Problem bekannt. Im städtischen Klinikum Dresden beispielsweise werte die Klinikleitung wöchentlich Beschwerden der Mitarbeiter aus, erklärte eine Sprecherin. Das Krankenhaus versuche, auf zu hohe Belastung der Mitarbeiter zu reagieren: „Kurzfristig werden unbesetzte Stellen durch Leasingkräfte besetzt. Langfristig werden diese Stellen ausgeschrieben.“

Um die Arbeitsbelastung zu senken, da sind sich Arbeitgeber und Berufsverbände einig, wird im Freistaat dringend mehr Personal benötigt. Verdi fordert daher eine gesetzlich verbindliche Mindestpersonalbemessung.

Der Vorsitzende des Sächsischen Pflegerats wünscht sich zudem eine gesellschaftliche Debatte um den Wert der Pflege. Mehr Personal, besserere Vergütung und damit verbunden mehr Wertschätzung, seien notwendig - kosten aber auch viel Geld. Das sei machbar, wenn es gewollt sei. „Der Beruf ist einer der schönsten in unserer Gesellschaft“, findet Junge. „Die Arbeitsbedingungen sind allerdings oftmals sehr belastend.“

dpa

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