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Mehr Firmlinge und Jugendweihe-Teilnehmer in Sachsen

Zuwachs von 1000 Jugendlichen Mehr Firmlinge und Jugendweihe-Teilnehmer in Sachsen

Fast 18.000 Jugendliche in Sachsen besuchen momentan Jugendstunden, Konfirmandenunterricht und Firmkurse. Während die evangelische Landeskirche einen leichten Rückgang zu verbuchen hat, gibt es bei Jugendweihe und Firmung Zuwächse.

Etwa 13.000 Jugendliche werden dieses Jahr in Sachsen an der Jugendweihe teilnehmen.

Quelle: dpa

Dresden. Mehr als ein Viertel der 13- bis 15-Jährigen in Sachsen besuchen momentan Jugendstunden, Konfirmandenunterricht und Firmkurse. In Diskussionen, Rüstzeiten oder Veranstaltungen bereiten sich insgesamt fast 18.000 Jugendliche auf den neuen Lebensabschnitt vor. Die evangelische Landeskirche geht davon aus, dass zwischen Ostern und Pfingsten weniger Teenager konfirmiert werden als im Vorjahr, bei Jugendweihe und Firmung gibt es Zuwächse. „Wir rechnen mit knapp 13.000 Teilnehmern“, sagte Jens Amm vom Landesverband für Jugendarbeit und Jugendweihe. Das wären etwa 1000 mehr als 2016. Das Bistum Dresden-Meißen erwartet die höchste Beteiligung seit Jahren.

Die Landeskirche rechnet mit 4835 Konfirmanden und damit rund 70 weniger als 2016. Sprecher Matthias Oelke vermutet, dass es in der Altersgruppe weniger evangelische Kinder gibt. „Die Einstellung zur Konfirmation hat sich weder bei den Jugendlichen noch den Eltern geändert“, betonte er. Mittelfristig gehe die Landeskirche von etwa 4800 Konfirmanden pro Jahr aus. Nach dem Hoch von knapp 5000 in jüngerer Vergangenheit gebe es eine gewisse Stagnation, mit regionalen Unterschieden. So verzeichne jeder dritte Kirchenbezirk Zuwachs, die meisten der 18 Regionen auch Rückgänge.

Im Unterschied zur Jugendweihe, wo Anmeldungen bis kurz vor der Feier möglich sind, hat die Konfirmation eine gewisse Verbindlichkeit. „Es ist die persönliche Bestätigung der Taufe und des Glaubens“, erklärte Oelke. Die Vorbereitung beschränke sich aber nicht mehr nur auf den Unterricht beim Pfarrer. „Man trifft sich an Wochenenden, diskutiert ethische Fragen, über das Leben, Krieg und Frieden, Armut und Reichtum oder Grenzsituationen.“ Die Jugendlichen besuchen soziale Einrichtungen und engagieren sich selbst. Entstehen soll eine Gemeinschaft, die über die „Konfi“-Zeit hinaus reicht.

Das Themenspektrum der weltlichen Kurse reicht von Demokratie und Geschichte über Gespräche zum Kinderkriegen oder Sterben, den Umgang mit Geld oder Cybermobbing bis zur Stilberatung. Voraussetzung für die Jugendweihe sind sie nicht, wie Amm sagte. Die Mischung aus Spaß und Lebenshilfe aber komme an, vor allem die Abschlussfahrten nach Paris oder Camps auf Rügen. Auch Besuche in Parlamenten, Gerichten oder im Zoo sind beliebt bei den 13- und 14-Jährigen. Und auch Benehmen ist gefragt: „Knigge-Kurse sind gut besucht.“

Heranwachsende katholische Christen indes bereiten sich mehrere Monate darauf vor, ihre mit der Taufe erworbene Zugehörigkeit zur Kirche eigenhändig zu bestätigen. Das Bistum Dresden-Meißen erwartet diesmal die höchste Firmzahl seit 2007. Nach Angaben des Ordinariats werden Bischof Heinrich Timmerevers oder ein beauftragter Priester zwischen Vogtland, Sächsischer Schweiz und der Lausitz 1055 Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren das Sakrament spenden.

dpa

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