Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Mehr Falschgeld im Umlauf
Region Mitteldeutschland Mehr Falschgeld im Umlauf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:21 13.08.2017
Symbolbild Quelle: dpa
Anzeige

In Sachsen ist wieder mehr Falschgeld im Umlauf. Im ersten Halbjahr wurden insgesamt 1043 gefälschte Euro-Banknoten und 1108 falsche Euro-Münzen im Zahlungsverkehr festgestellt, teilte das Landeskriminalamt (LKA) mit. Dabei sei ein wirtschaftlicher Schaden von 47 095 Euro durch „Blüten“ und von 1879 Euro durch gefälschte Münzen entstanden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren 594 falsche Banknoten aus dem Verkehr gezogen worden, die Schadenssumme lag bei 28 910 Euro. Bei den Münzen war die Menge mit 1134 sogar höher, der Schaden aber fast gleich hoch (1893 Euro).

Nach Angaben des LKA gibt es Erkenntnisse, dass eine große Menge des Falschgeldes aus Südeuropa und Osteuropa kommt. Vor allem 50-Euro- Scheine werden gefälscht. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres tauchten davon 726 in Sachsen auf. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 358. LKA-Sprecher Tom Bernhardt sieht eine mögliche Ursache des starken Anstiegs bei den Fünfzigern in der Einführung neuer Scheine. Kriminelle hätten wohl noch die „alten Falschen“ unters Volk bringen wollen, weil die neuen Scheine wesentlich schwerer zu fälschen sein sollten.

„50 Euro sind das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel. Bei großen Anschaffungen nimmt der Verbraucher meist eine Kreditkarte“, sagte Bernhardt. Deshalb werde vor allem das gefälscht, was die Kunden an den Geldautomaten bekommen: 50 Euro, 20 Euro oder 10 Euro. Bei gefälschten 20er-Banknoten konnten von Januar bis Ende Juni 251 Stück aus dem Verkehr gezogen werden, bei Zehnern waren es 15. Falsche 100-Euro-Scheine findet man vergleichsweise selten - hiervon wurden 36 entdeckt, bei 200-Euro-Noten waren es nur 10. Große Scheine werden von Geschäften in der Regel auch genauer geprüft.

Im Kampf gegen Geldfälscher hatten Europas Währungshüter zuletzt im April nachgelegt. Damals wurde der neue 50-Euro-Schein in Umlauf gebracht. Dieser soll fälschungssicherer sein als sein Vorgänger. Nach Bundesbank-Zahlen entfielen auf den Fünfziger im vergangenen Jahr sechs von zehn Blüten (61 Prozent). Vor allem ein Porträtfenster soll Kriminelle vor Probleme stellen: Es wird durchsichtig, wenn man den Schein gegen das Licht hält. Dann wird in ihm ein Bildnis der griechischen Mythengestalt Europa sichtbar. Auch der im Herbst 2015 eingeführte neue Zwanziger hat dieses Sicherheitsmerkmal.

In der Statistik fällt zudem auf, dass „Blüten“ vor allem in Großstädten eine Rolle spielen. An der Spitze steht dabei Leipzig, wo in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 361 falsche Banknoten entdeckt wurden. In Chemnitz waren es 281, in Dresden 88.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die in einer EU-Richtlinie geplante Verschärfung der Grenzwerte für Cadmium und Blei könnte Unternehmen wie die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen in Schwierigkeiten bringen. Die Brüsseler Generaldirektion Gesundheit plant die Keramikrichtlinie aus dem Jahr 1984 zu überarbeiten.

12.08.2017

Genau 15 Jahre nach der Hochwasserkatastrophe 2002 an Mulde und Elbe zieht Sachsen Zwischenbilanz in Sachen Flutschutz. Insgesamt 2,6 Milliarden Euro wurden bislang in die Beseitigung der Schäden und in den Bau von Deichen und Dämmen investiert. Weitere 630 Millionen Euro sollen bis 2023 folgen.

12.08.2017

Auch in Sachsen wurden nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums wahrscheinlich mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier verkauft. An drei Ei-Packstellen im Freistaat seien betroffene Eier verpackt worden.

11.08.2017
Anzeige