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Mitteldeutschland Die Bundespolizei landet mehr Fahndungstreffer
Region Mitteldeutschland Die Bundespolizei landet mehr Fahndungstreffer
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11:51 21.03.2018
Symbolfoto Quelle: Archiv
Pirna

Mehr Schleuser-Kriminalität, falsche Papiere und erfolgreiche Fahndungen: Die Bundespolizei hat im vergangenen Jahr in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt mehr Fahndungstreffer gelandet als 2016. Sie stellte mehr mit Haftbefehl gesuchte Personen, aber weniger illegal Eingereiste und Menschen mit unerlaubtem Aufenthalt, wie die für Mitteldeutschland zuständige Bundespolizeidirektion Pirna mitteilte. „Die Schleuser-Kriminalität hat zugenommen“, sagt Sprecher Christian Meinhold. Es gebe eine „Renaissance“ des Geschäfts.

Gut organisierte Schleusernetzwerke vor allem entlang der Balkanroute nutzten die Not der Flüchtlinge. „Sie ist zwar dicht, aber nicht zu“, sagte Meinhold. In Sachsen treffe sie auf die „klassische“ Ost-Route, was den hohen Anteil der hier festgestellten unerlaubt eingereisten Migranten und Schleuser aus osteuropäischen Staaten erkläre. Kämen über diese Route oft Arbeitsmigranten, seien es über den Balkan Geschleuste, die dauerhaft Aufenthalt über Asylanträge begehren.

Laut Meinhold hat seit Sommer 2017 die Zahl der in Kleintransportern und Lkw geschleusten Klein- und Großgruppen von 20 bis 80 Personen zugenommen, die eingepfercht meist nonstop von Rumänien oder Bulgarien nach Deutschland gebracht werden. 168 Schleuser konnten festgenommen werden, vor allem an den Autobahnen A17 und A4 in Sachsen. Die Zahl der Geschleusten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 67 auf 632.

Nahezu verdoppelt haben sich sogar die Fälle gefälschter Urkunden. „Hier besteht ein sehr großer illegaler Markt.“ Laut Meinhold werden Dokumente im Internet und Darknet oder über Mittelsmänner vertrieben. Mit falschen Angaben oder fingierten Einladungen würden zudem immer häufiger Aufenthaltstitel erschlichen. Die Bundespolizei konnte im Vergleich zum Vorjahr mit 3222 Ausländern aber weniger unerlaubt Eingereiste stoppen.

Auch im „normalen Geschäft“ gab es nach Angaben der Behörde Zuwachs. So wurden mehr als 1750 mit Haftbefehl gesuchte oder verurteilte Erwachsene gestellt - im sächsischen Grenzgebiet zu Polen und Tschechien, aber auch an Bahnhöfen und Flughäfen. Das ist ein Plus von mehr als 1000 gegenüber 2016. Zudem gelangen mehr als 15 000 Fahndungstreffer, auch bei Sachen vom gestohlenen Ausweis über Auto und Fahrrad bis zur Baumaschine. 2016 waren es knapp 14 000.

Dabei gehen auch viele Straftäter und zu Geldstrafen verurteilte Personen ins Netz. Eher selten ist laut Meinhold der Fall eines 32-Jährigen, der in die Dienststelle Ludwigsdorf (Landkreis Görlitz) kam und bekannte: „Ich werde per Haftbefehl gesucht.“ Wegen Fahrens ohne Führerschein war eine Geldstrafe am Amtsgericht Gießen (Hessen) offen - die er zahlte und ging.

Im Bundespolizeirevier Halle (Sachsen-Anhalt) meldete sich an einem Samstag eine 50-Jährige, um eine Straftat anzuzeigen. Am Ende aber klickten bei ihr die Handschellen: sie wurde wegen Diebstählen und Schwarzfahrens mit Haftbefehl gesucht. Gleich vier Haftbefehle lagen gegen einen Mann vor, der im Hauptbahnhof Erfurt kontrolliert wurde. Der Mann hatte Glück, sein Arbeitgeber zahlte die offene vierstellige Geldstrafe - und bewahrte ihn vor dem Gefängnis.

dpa

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