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Markt für Senioren-Essen wird größer

Hausmannskost Markt für Senioren-Essen wird größer

Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Sachsen, das ebenfalls für Senioren kocht, sind Hausmannskost wie Flecke, Eier, Klops, Eintöpfe und Süßspeisen wie Milchreis die Favoriten. Die Versorgung von Senioren mit Speisen wird ein immer größerer Markt.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Dresden. Rinderroulade in Soße mit Salzkartoffeln und Apfelrotkohl - für viele Senioren gehört das nach wie vor zu den beliebtesten Leibspeisen. „Vor allem klassische und herzhafte Menüs stehen noch immer hoch im Kurs“, sagt der Marketingleiter des bundesweit aktiven Verpflegungsunternehmens apetito, Michael Tschech, in Rheine (NRW), das auch in Sachsen Menschen verköstigt. Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Sachsen, das ebenfalls für Senioren kocht, sind Hausmannskost wie Flecke, Eier, Klops, Eintöpfe und Süßspeisen wie Milchreis die Favoriten. Die Versorgung von Senioren mit Speisen wird ein immer größerer Markt, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Anbietern.

„Vor allem hochbetagte Senioren nehmen Essen auf Rädern gern in Anspruch“, sagt Tschech. Das Durchschnittsalter steige immer weiter und liege jetzt bei den heißen Speisen bei etwa 82 Jahren. Der Trend werde sich fortsetzen. Viele Senioren in Single-Haushalten wollten nicht für sich allein kochen. Das Unternehmen versorgt nach eigenen Angaben täglich 1,3 Millionen Menschen mit Speisen.

„Noch vor etwa 40 Jahren wurde gegessen, was auf den Tisch kam“, sagt Tschech. „Die Menschen waren genügsam und dankbar.“ Jetzt wollten die Senioren genussvoll speisen und Abwechslung. „Sie wünschen immer neue Geschmackserlebnisse.“ Auch Gerichte wie Spaghetti Bolognese würden immer beliebter. „Künftig werden asiatische, griechische oder italienische Spezialitäten selbstverständlich sein.“ Auch „Veggie“ sei ein Thema, sagt Tschech.

„Es wird auf Abwechslung gesetzt, schon um das Geschmacksempfinden lebendig zu halten“, bestätigt Torsten Wieland vom DRK Sachsen. In vielen Senioreneinrichtungen werde das Essen mit dem Servierwagen verteilt. „So kann das Essen und dessen Menge nach Belieben zusammengestellt werden.“ Da es immer mehr pflegebedürftige Menschen gebe, werde die Menge der benötigten Essen steigen. Einen exakten Überblick, wieviele Essen das DRK aktuell im Land verteilt, gibt es nicht.

Laut apetito werden aber auch spezielle Formen der Verpflegung immer wichtiger. So werde vor allem für Menschen mit Kau- oder Schluckbeschwerden zunehmend püriertes Essen angeboten.

Die Volkssolidarität in Sachsen bringt landesweit Speisen zu den Menschen nach Hause und in Pflegeheime. Eine Gesamtzahl hat die Organisation nicht. In Chemnitz etwa sind es 620 Essen, die täglich zu Senioren gebracht werden, wie Martin Spur berichtet, der für den Verband in Chemnitz für die Mahlzeiten zuständig ist. Auch er rechnet mit künftig weiter steigenden Zahlen. „Schon weil die Menschen auch im Alter so lange wie möglich in der vertrauten häuslichen Umgebung leben wollen.“

Der Verband bietet auch eine Menülinie mit moderner vegetarischer Kost an, die gut angenommen werde, wie es heißt. Bei speziellen Anforderungen wie bei Schluckbeschwerden - dem pürierten Essen - Dialysefällen, bestimmten Allergien oder Unverträglichkeiten arbeitet die Volkssolidarität jedoch mit apetito zusammen. „Das ist ein großes Unternehmen, das die Laboreinrichtung hat, die in diesen Fällen für die Zubereitung gebraucht wird.“

dpa

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