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Mitteldeutschland Mahnwache vor Dresdner Rathaus - Verdi ruft zu Großdemo in Leipzig auf
Region Mitteldeutschland Mahnwache vor Dresdner Rathaus - Verdi ruft zu Großdemo in Leipzig auf
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16:43 10.04.2018
Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi (Archivbild) Quelle: dpa
Leipzig

Kurz vor Beginn von Tarifverhandlungen bei der Telekom und im Öffentlichen Dienst haben sich in Sachsen mehrere hundert Menschen an Warnstreiks beteiligt. Bei der Telekom waren es nach Angaben der Gewerkschaft Verdi in Dresden und Chemnitz knapp 300 Mitarbeiter. Am Mittwoch werden in Leipzig bei einem Demonstrationszug rund 1500 Teilnehmer erwartet, hieß von Verdi. Dazu werden Protestierer aus ganz Sachsen erwartet, die von der Brandenburger Straße bis zum Volkshaus auf der Karl-Liebknecht-Straße ziehen werden.

Im Fall der Telekom findet die vierte Verhandlungsrunde an diesem Mittwoch und Donnerstag in Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) statt. Nach Angaben von Verdi ist es die bisher letzte vereinbarte Verhandlungsrunde. Die Gewerkschaft fordert eine Entgelterhöhung um 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Auszubildende und duale Studenten werden 75 Euro mehr verlangt.

Auch im Öffentlichen Dienst gingen Beschäftigte auf die Straße. In Dresden beteiligten sich knapp 100 Frauen und Männer an einer Mahnwache vor dem Rathaus. Vor allem Erzieherinnen von Kindertagesstätten waren den Aufruf des Dachverbandes DBB Beamtenbund und Tarifunion gefolgt.

Ost- und Westgehälter müssen sich angleichen

Jens Weichelt, Vorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes und Vize- Chef der DBB Bundestarifkommission, forderte die Arbeitgeber auf, bei der am Sonntag in Potsdam beginnenden dritten Verhandlungsrunde ein akzeptables Angebot vorzulegen. 28 Jahre nach der Wiedervereinigung sei den Beschäftigten im öffentlichen Dienst eine „Mauer zwischen den Tarifgebieten Ost und West“ nicht mehr vermittelbar.

„Tagtäglich werden aus den unterschiedlichsten Orten Deutschlands Meldungen über fehlendes Personal und über Nachwuchsprobleme im öffentlichen Dienst laut. Und andererseits wissen wir, dass es unserem Land wirtschaftlich richtig gut geht und die Steuereinnahmen sprudeln“, sagte Weichelt. Am Verhandlungstisch zeichneten die Arbeitgeber ein Lagebild, als gebe es gerade eine massive Rezession.

Weichelt hält vor allem die Ost-West-Angleichung der Jahressonderzahlung (Weihnachgeld) für überfällig. Es liegt im Osten bei nur 75 Prozent des West-Wertes. Eine Befragung des Sächsischen Erzieherverbandes hatte ergeben, dass die Angleichung den Kolleginnen und Kollegen wichtiger ist als die lineare Erhöhung der Einkommen, die Einkommensunterschiede in Ost und West nicht ausgleicht.

Eingangsforderung: 6 Prozent mehr Lohn

Die Forderung nach Angleichung der Tarifgebiete spiele im Osten eine dominierende Rolle, sagte Weichelt: „Das macht die Leute tatsächlich auch wütend.“ Man könne nicht 28 Jahre nach der Wiedervereinigung immer wieder darauf verweisen, dass man eine andere Wirtschaftskraft habe: „Wir leben in einem geeinten Deutschland. Die Menschen hier leisten das Gleiche wie ihre Kollegen im anderen Teil Deutschlands.“

Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Nach Angaben von Weichelt sind bis zum Beginn der Verhandlungsrunde weitere Aktionen geplant.

dpa/joka

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