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Mitteldeutschland Macht's hibbsch! Diese Sachsen verlassen den Bundestag
Region Mitteldeutschland Macht's hibbsch! Diese Sachsen verlassen den Bundestag
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18:23 09.09.2015
Dresden

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Doch es gibt Ausnahmen: Für fünf sächsische Abgeordnete ist diese Legislatur die letzte, sie kandidieren nicht mehr.

Manfred Kolbe (CDU), 60 Jahre: Der CDU-Politiker sitzt seit 1990 im Bundestag, nahm sich lediglich von 2000 bis 2002 eine Auszeit von der Parla­mentsarbeit. Grund: Kolbe war Justizminister in Sachsen unter Gründungsministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) geworden. Dabei hat er sich rasch in den CDU-internen Machtkampf um die Biedenkopf-Nachfolge eingeschaltet, galt als einer der Gegenspieler des späteren Regierungschefs Georg Milbradt. Die Jahre im Bundestag waren für ihn "eine sehr interessante und schöne Zeit", sagt er heute. Zwar sei auch "ein Stück Wehmut" dabei, allerdings sei klar: "Alles hat einmal ein Ende." In den letzten Jahren hat Kolbe weniger mit politischen Statements für Schlagzeilen gesorgt als mit Kuriositäten - Tankbetrug vor allem. So wurde der Ex-Justizminister drei Mal beim Schwarztanken erwischt, zuletzt im Sommer 2010. Das Verfahren wurde schließlich gegen Zahlung einer Geldbuße von 1000 Euro eingestellt. Nach seiner Zeit im Bundestag will sich Kolbe nicht zur Ruhe setzen, sondern als Notar arbeiten. Darüber hinaus plant er, öfter mal nach Rom zu reisen, wo er aufgewachsen ist. Zudem fungiert er als "Schlossherr" in einem barocken Herrenhaus - in Störmthal bei Leipzig.

Michael Luther (CDU), 56 Jahre: Auch der Zwickauer Luther sitzt seit 1990 im Bundestag und machte dabei nur selten von sich reden. "Unauffällig" nennt man das im Allgemeinen. Dabei war Luther von Oktober 1998 bis Februar 2000 immerhin stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und er führt seit 13 Jahren die Landesgruppe der sächsischen CDU - auch nicht unbedingt der unbedeutendste Job. Womöglich könnte es aber genau jene zurückhaltende Art gewesen sein, die ihn über die Jahre im Amt gehalten hat. Luther ist seit November 1989 CDU-Mitglied und war von März bis Oktober 1990 Mitglied der frei gewählten Volkskammer.

Marlies Volkmer (SPD), 66 Jahre: Die studierte Medizinerin sitzt seit 2002 im Bundestag und bearbeitet dort die Gesundheitspolitik. In den Jahren zuvor - von 1990 bis 2002 - war Volkmer Abgeordnete im sächsischen Landtag und gesundheits- und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Nach dem Bundestagswahl 2002 wechselte sie ins Berliner Parlament. Die gelernte Ärztin Volkmer geht "ohne Wehmut" aus dem Parlament. Sie blicke gern zurück auf die Jahre, sagt sie, sei durchaus "stolz". Nun aber freue sie sich, "mehr selbstbestimmte Zeit zu haben". Die Dresdnerin trat 1990 in die SPD ein, war zuvor parteilos. Sie gilt als Parteilinke, entsprechend hat sie sich mit der Agenda-Politik von Ex-SPD-Kanzler Gerhard Schröder nicht so recht angefreundet.

Rolf Schwanitz (SPD), 54 Jahre: Dagegen galt der Vogtländer Schwanitz im Reigen der sächsischen Sozialdemokraten stets als Anhänger von Ex-Kanzler Schröder - weitab vom Image eines Linken. Der bekennende Atheist Schwanitz gehört dem sogenannten Seeheimer Kreis an, jener betont konservativen Spielart der deutschen Sozialdemokratie. Das machte sich immer wieder auch landespolitisch bemerkbar, nicht zuletzt in den SPD-internen Machtkämpfen um die Generallinie der Partei. Schwanitz - "unser Bundes-Rolf", wie er in sächsischen SPD-Kreisen genannt wird - sitzt seit 1990 im Bundestag, fungierte oft als Kämpfer für den Aufbau Ost. Von 1998 bis 2005 war er Staatsminister im Bundeskanzleramt und anschließend bis 2009 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit.

Joachim Günther (FDP), 64 Jahre: Der gelernte Maschinenbauer Günther kommt ebenfalls aus dem Vogtland, im Bundestag sitzt er seit 1990. Darüber hinaus fungierte er von 1991 bis 1998 als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium, sein Schwerpunkt in letzter Zeit liegt eher im Sportbereich. Günther hat selbst in der sächsischen FDP nicht den allerbesten Ruf, gilt intern als "Altlast". Dreh- und Angelpunkt der Kritik: Er war nicht nur ab 1985 Kreissekretär der LDPD Plauen, sondern habe auch nach der Wende wenig für die innere Neuausrichtung der Partei getan. Unvergessen ist darüber hinaus seine bizarre Medienschelte im vergangenen Jahr. Da veröffentlichte Günther einen offenen Brief, in dem er zum Boykott kritischer Zeitungen aufrief - was ihm selbst Parteifreunde übel nahmen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.09.2013

Jürgen Kochinke

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