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Lutherhaus in Wittenberg wieder offen - Luther-Wohnzimmer restauriert

Historischer Ort Lutherhaus in Wittenberg wieder offen - Luther-Wohnzimmer restauriert

Lange war es geschlossen - das Lutherhaus in Wittenberg. Seit dem Wochenende können Gäste es wieder besuchen. In der Nähe des einstigen Luther-Wohnhauses erinnert nun eine Skulptur an die DDR-Friedensbewegung.

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Die Restauratorin Susanne Ruynat arbeitet am 16.02.2017 im Wohnhaus des Theologen Martin Luther (1483-1546) in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) an einem Tischkasten aus der Lutherstube. Die Lutherstube gilt als der Ort, an dem der Reformator und seine Familie in großer Runde tafelten.

Quelle: dpa

Wittenberg. Das einstige Wohnzimmer von Martin Luther in Wittenberg, in dem er seine legendären Tischreden mit Gesellschaftskritik hielt, kann wieder besichtigt werden. Die Restaurierung der Lutherstube ist nach einem Jahr abgeschlossen. Seit Samstag ist das ganze zum Unesco-Welterbe gehörende Lutherhaus wieder geöffnet. Seit August 2016 war das ehemalige Wohnhaus des Reformators geschlossen. Im Hof des Museums erinnert nun zudem eine Skulptur an die DDR-Friedensbewegung und die Losung „Schwerter zu Pflugscharen“. Am Wochenende kamen hunderte Besucher an den historischen Ort.

Das frühere Wohnzimmer - ein kleiner holzvertäfelter Raum mit originalem Tisch - blieb seit dem Tod von Martin Luther (1483-1546) nahezu unverändert. Zuletzt war es 1976 restauriert worden. Während der Säuberung und Restaurierung des Raumes stießen die Experten auf zahlreiche Zeugnisse von Besuchern vergangener Zeiten: An Wänden, in Fensterscheiben und auch am Tisch haben sich Besucher mit ihren eingeritzten Initialen oder Sprüchen verewigt. Etwa 300 derartige Hinterlassenschaften sind nach früheren Angaben des Restaurators Uwe Räther gefunden worden. Die älteste datiert aus dem Jahr 1696.

Das Lutherhaus in Wittenberg

Das spätere Lutherhaus wurde 1504 als Augustinerkloster errichtet. Martin Luther lebte dort von 1508 an als Mönch. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und Luther bekam es 1532 übereignet. Er lebte dort viele Jahre mit seiner Frau Katharina von Bora und den gemeinsamen Kindern. Nach dem Tod des Reformators übernahm die Universität das Gebäude. Im Jahr 1883 wurden erste Räume als Museum genutzt. Heute erzählt im einstigen Wohnhaus von Luther eine Dauerausstellung von seinem Leben und Wirken sowie von den Veränderungen zur Zeit der Reformation. Zu den Exponaten gehören Luthers Mönchskutte, Luthers Bibel sowie Handschriften und Medaillen.

Luther bewohnte das Haus - ein früheres Augustinerkloster - mit seiner Frau Katharina von Bora (1499-1552). Das Paar hatte sechs Kinder, drei Töchter und drei Söhne.

Wegen des Reformationsjubiläums in diesem Jahr wurde in dem Museum auch die Dauerausstellung über das Leben und Werk Luthers überarbeitet. Zu den Exponaten dort zählen die Predigtkanzel aus der Stadtkirche, von der Luther zu den Wittenbergern sprach, seine Mönchskutte und die Zehn-Gebote-Tafel von Lucas Cranach. In dem Gebäudekomplex ist ab dem 13. Mai die große Nationale Sonderausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ zu sehen.

„Dass wir mit dem Lutherhaus die wichtigste Reformationsgedenkstätte pünktlich im Jubiläumsjahr wiedereröffnen ist symbolträchtig“, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Sonntag. Er freue sich außerdem sehr, „dass wir einem wichtigen historischen Ereignis ein künstlerisches und aussagekräftiges Denkmal setzen.“

Die neue Skulptur im Lutherhof, eine Stahlplatte mit mehreren ausgestanzten Symbolen, soll an eine 1983 von Friedrich Schorlemmer und Freunden initiierte Schmiedeaktion erinnern, wie eine Sprecherin der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt sagte. Damals ließ der Pfarrer ein Schwert zu einer Pflugschar umformen. Die Bilder gingen als Symbol der Friedensbewegung um die Welt.

Anlass für die Aktion von Schorlemmer im Jahr 1983 war der Evangelische Kirchentag am 24. September auf dem Lutherhof. Das neue Erinnerungsmal zeigt ausgestanzte Werkzeuge aus einer Schmiede. Zu sehen sind unter anderem Hammer, Amboss, Blasebalg und ein Schwert. Die Skulptur schuf der Künstler Michael Krenz aus Halle.

dpa

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