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Mitteldeutschland Linke: Sächsische Kreisvorsitzende will drohende Spaltung verhindern
Region Mitteldeutschland Linke: Sächsische Kreisvorsitzende will drohende Spaltung verhindern
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12:14 03.12.2018
Marika Tändler-Walenta ist Beisitzerin im Parteivorstand der Linken. (Archivfoto) Quelle: Sven Bartsch
Leipzig

Nach dem Krisentreffen der Linken zur drohenden Spaltung der Partei am Freitag in Berlin wirbt die mittelsächsische Kreisvorsitzende Marika Tändler-Walenta vehement für ein Zusammenbleiben. „Ich sehe nicht einfach zu, wie sich diese Partei spaltet. Das sind wir den vielen Genossinnen und Genossen schuldig, die die Linke zu dem gemacht haben, was wir heute sind“, sagte sie am Sonntag gegenüber der LVZ. Die gebürtige Leisnigerin hofft stattdessen auf einen neuen Brückenbauer in ihrer Partei – ähnlich wie es Lothar Bisky zwischen 2007 und 2010 gewesen war.

Tändler-Walenta, die auch Beisitzerin des Bundesvorstandes ist, warb in ihrer Rede auf dem Krisentreffen angesichts der Aufgaben, welche die Linke in den kommenden Monaten vor der Brust habe, für ein Überwinden der Differenzen: „Wenn ich in mein Bundesland nach Sachsen schaue, bekomme ich Angst. Ich habe keine Angst vor Flüchtlingen oder Arbeitsmigration, sondern ich habe Angst vor dem drohenden Rechtsruck nach der Landtagswahl“, erklärte die 34-Jährige. Die AfD werde in einigen Prognosen bereits als Mehrheitsführerin gesehen. „Sollten die AfD die Wahl gewinnen, wird das Auswirkungen auf uns alle haben – auf Verbände und Vereine die im zivilgesellschaftlichen Bereich tätig sind, aber auch auf die Linke als Partei“, so Tändler-Walenta weiter.

Trotz aller Differenzen habe sie beim Krisentreffen jedoch auch den Eindruck gewonnen, dass alle Beteiligten an einer Lösung im Sinne der Partei interessiert waren. „Was mir gegenwärtig fehlt und das habe ich auch in aller Deutlichkeit gesagt, ist ein Brückenbauer“, sagte die sächsische Linken-Politikerin und forderte ihre Parteigenossen auf, Verantwortung zu übernehmen und sich über „die eigenen Interessen hinaus bewusst sein, dass unser Handeln und auch Nichthandeln Konsequenzen hervorrufen wird.“

Seit Monaten schwelt bei den Linken auf Bundesebene ein Streit zwischen dem Parteiflügel um Sahra Wagenknecht und den anderen Mitgliedern – vor allem hinsichtlich der Gründung der „Aufstehen“-Bewegung und hinsichtlich Wagenknechts Position zur Migrationspolitik.

Auslöser des Krisentreffens am Freitag war die Abstimmung zum UN-Migrationspakt in dieser Woche im Bundestag. Im Vorfeld hatte Wagenknecht signalisiert, dagegen stimmen zu wollen. Ein internes Positionspapier forderte auch alle anderen Mitglieder der Bundestagsfraktion auf, dagegen zu stimmen. Diese Meinung fand keine Mehrheit, am Ende wurde der UN-Migrationspakt im Bundestag verabschiedet – auch mit Stimmen aus der Linkspartei.

Von Matthias Puppe

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