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Mitteldeutschland Leipzigs OB als Sparkassen-Präsident vorgeschlagen
Region Mitteldeutschland Leipzigs OB als Sparkassen-Präsident vorgeschlagen
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18:12 24.04.2018
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) Quelle: Kempner
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Leipzig

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) ist vom Sächsischen Städte- und Gemeindetag (SSG) als neuer Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) vorgeschlagen worden. „Mehr kann ich zur Zeit noch nicht sagen“, teilte Jung am Dienstag auf Anfrage mit - er ließ somit zunächst offen, ob er Interesse an einer Kandidatur hat.

Mischa Woitscheck, Geschäftsführer des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, sagte zur Begründung von Jungs Nominierung: „Das Präsidium des SSG unterstützt das Ansinnen der Präsidenten der Städte- und Gemeindebünde Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie des Städte- und Gemeindetages Mecklenburg-Vorpommern, Herrn Oberbürgermeister Burkhard Jung aus Leipzig für das Amt des Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes vorzuschlagen.“ In den nächsten Tagen und Wochen werde es dazu weitere Gespräche und Abstimmungen in den Gremien geben.

„Das muss immer wohl bedacht sein und in den nächsten Wochen geprüft werden“, betonte Jung. Die Amtszeit des 60-Jährigen als Oberbürgermeister läuft eigentlich noch bis 2020. Zu seinem Geburtstag Anfang März hatte der OB der Deutschen Presse-Agentur gesagt, er wolle 2020 noch einmal für das Amt kandidieren. Das wäre dann hinfällig, wenn er tatsächlich zum geschäftsführenden Vorstandsmitglied des OSV gewählt würde und die Wahl annimmt. Der derzeitige Amtsinhaber, der frühere CDU-Landrat Michael Ermrich (64), soll im kommenden Jahr in den Ruhestand gehen.

SPD-Fraktionschef Dirk Panter hat die Nachricht zu Jung nach eigenem Bekunden überrascht. „Ich würde es persönlich sehr bedauern, wenn er es macht“, sagte Panter am Dienstag in Dresden und verwies auf die positive Entwicklung von Leipzig. Wirtschaftsminister Martin Dulig ließ in einem Nebensatz nur durchblicken, dass er als SPD-Vorsitzender natürlich vor allem um Leipzig kämpfe.

Auch der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) hat seinen Hut in den Ring geworfen. „Ich kandidiere für die Wahl zum Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes“, sagte er der dpa. Unabhängig von seiner Person sehe er die Funktion eher bei einem Vertreter der Landkreise. So werde neben anderen Themen die Erhaltung des Filialnetzes im ländlichen Raum in Zukunft zu den Hauptaufgaben des Sparkassenverbandes gehören.

Seit 2015 ist der 57-jährige Harig Vorsitzender des Verbandsvorstandes und des Präsidialausschusses des OSV. Dem Verbandsvorstand gehört auch Jung als einfaches Mitglied an. Über den neuen OSV-Präsidenten wird die Verbandsversammlung des Sparkassenverbandes im Oktober entscheiden. Ihr gehören die Vorstandsvorsitzenden aller 45 öffentlich-rechtlichen Sparkassen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Bürgermeister und Landräte der Verwaltungen an, die Träger der Sparkassen sind. Der neue OSV-Präsident soll Mitte 2019 die Amtsgeschäfte übernehmen.

Der OSV selbst äußerte sich nicht zu dem Vorgang. Eine Sprecherin verwies lediglich auf die Satzung des Verbandes, in dem die Formalitäten zur Wahl geregelt seien. „Für den Vorschlag des Verbandsvorstandes haben die kommunalen Mitglieder über den Kommunalausschuss ein erstes Vorschlagsrecht“, heißt es dort.

Für die Leipziger CDU steht indessen offenbar schon fest, dass Jung nach Berlin wechselt. „Offenkundig ist Burkhard Jung amtsmüde und bringt nicht mehr den notwendigen Gestaltungswillen auf“, erklärte CDU-Kreisvorsitzender Robert Clemen. Die Leipziger hätten jetzt vor allem einen Anspruch darauf, dass sich Jung „sehr rasch zu seinen Zukunftsplänen äußert“. Jung habe wie auch sein Amtsvorgänger Wolfgang Tiefensee (SPD) den Leipzigern fest versprochen, dauerhaft als Oberbürgermeister im Amt zu bleiben. „Kaum gab es lukrativere Angebote, waren diese Versprechen nichts mehr wert.“

dpa

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