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Mitteldeutschland Laptop und Whiteboard: Wenig moderne Medien an Sachsens Schulen - Ausnahme in Leipzig
Region Mitteldeutschland Laptop und Whiteboard: Wenig moderne Medien an Sachsens Schulen - Ausnahme in Leipzig
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18:01 09.09.2015
Whiteboards sollen den Unterricht aufpeppen und Abstraktes anschaulich machen. Quelle: dpa

Eine Ausnahme ist eine Leipziger Schule: Sie nutzt nur noch elektronische Tafeln, sogenannte Whiteboards. Bei der Einführung moderner Medien in den Schulen sieht Dirk Reelfs vom sächsischen Kultusministerium vor allem Kostenprobleme. Die Meinung der Eltern geht bei dem Thema auseinander.

In der Leipziger Grundschule am Auwald hängen in allen Klassenzimmern interaktive Whiteboards. Das sind an den Computer angeschlossene elektronische Tafeln mit Sensoren. Ein Beamer projiziert das Bild. Die Grundschule ist die einzige von 132 öffentlichen Schulen in Leipzig, die komplett mit Whiteboards ausgestattet ist. Neun andere Schulen haben die Elektrotafeln zumindest in einigen Klassenzimmern. Die Ausstattung eines Zimmers kostet 3000 Euro aufwärts. Die Auwald-Grundschule ist eine Art Vorführschule. Sie erhielt die technische Ausstattung von der Firma SMART Technologies - unterstützt durch die Stadt und die Bildungsagentur.

Deutschlandweit nutzen zwölf Prozent der Schulen interaktive Whiteboards, schätzte Martin Breier, Marketingleiter von SMART Technologies. Wie viele der 1381 Schulen in Sachsen mit Whiteboards arbeiten, konnte das sächsische Kultusministerium nicht sagen.

„Ich war auch erst skeptisch“, sagte Barbara Passira, Leiterin der Leipziger Grundschule. Sie wollte nur ein bis drei Tafeln anschaffen. „Jetzt bin ich froh, dass wir sie in allen Zimmer haben, sonst muss man ständig wechseln zwischen grün und interaktiv und die Unterrichtsvorbereitung wäre immer anders.“ Was sie als Tafelbild erstellt, können auch andere Kollegen nutzen, egal ob Rechentabelle oder Fotos der Bäume im Heimatwald. Die Kinder können auf der weißen Fläche mit ihren Fingern oder einem Stift ohne Farbe schreiben.

Die Meinung der Eltern zum Einsatz von neuen Medien im Unterricht reiche von kompletter Ablehnung bis zu blindem Vertrauen, sagte der Vorsitzende des Landeselternrates in Sachsen, Andreas Hellner. „Die neue Technik darf beim Einsatz im Unterricht keinen Hemmschuh darstellen, weil man sich mehr mit den Bedienung als mit der Vermittlung des Unterrichtsstoff beschäftigt.“

Das sieht auch Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, so. „Der gute Unterricht kommt erstmal vom Lehrer selbst mit seiner Methodik. Die neuen Medien sind eine Bereicherung, können aber nicht den Lehrer ersetzen.“ Weichelt möchte nicht auf das Lehrbuch in gedruckter Form verzichten. „Wenn ich dem Schüler eine Hausaufgabe gebe, braucht er ein Lehrbuch oder eine Quelle.“ Er könne nicht davon ausgehen, dass der Schüler überall über Internet verfügt.

Probleme bei der Einführung und Nutzung moderner Medien in den Schulen sieht Ministeriumssprecher Reelfs in den nicht abschätzbaren Kosten und Nachfolgekosten für die Technik. Diese trägt in der Regel der Schulträger, also die Kommune oder der Landkreis. Problematisch seien auch die Anfälligkeit der Geräte und die vielen unterschiedlichen Softwarelösungen. Außerdem seien nicht alle Lehrer technisch versiert. „Diese Probleme hat aber jedes Bundesland“, sagte Reelfs.

Tablets im Unterricht gab es dieses Schuljahr für die Klasse 8c des privaten Dresdner HOGA-Gymnasiums. In einem Pilotprojekt integrierten Lehrer und Schüler von September 2012 bis Mai 2013 iPads in den Unterricht. Schulsprecher Nico Schmidt sagte: „Wir haben uns dagegen entschieden. Die Apps in den einzelnen Fächern sind noch nicht soweit, dass man sagen kann, es lohnt sich für die Schule und die Schüler.“ Aktuell ist dies laut Claudia Musekamp, Geschäftsführerin des E-Learning Portals Infoport, die einzige Schule in Sachsen, die Tablet-PCs nutzte. Deutschlandweit seien es zwischen 160 und 200 Schulen, allen voran die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

dpa

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