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LVZ-Umfrage zur Landtagswahl: Frauen am Kabinettstisch machen eine gute Figur

LVZ-Umfrage zur Landtagswahl: Frauen am Kabinettstisch machen eine gute Figur

Stanislaw Tillich ist derzeit in Sachsen unschlagbar. Das besagen die Antworten auf die Frage, wie sympathisch den Sachsen die Mitglieder ihrer jetzigen Regierungsmannschaft sind.

So wie Angela Merkel (CDU), die unaufgeregte, freundlich-unverbindliche Kanzlerin, die alle ihre Ministerinnen und Minister abhängt, wenn es um die Sympathie der Bürger geht, so marschiert auch Tillich im Freistaat vorneweg. Der bodenständige Sachse, der im Mai 2008 Georg Milbradt im Amt des Ministerpräsidenten ablöste, hat durch seine sachlich-freundliche Art fleißig Sympathiepunkte gesammelt. Er gilt als "einer von uns", der sich für den Freistaat einsetzt, wenn er, wie kurz nach Weihnachten, etwa die Konzerne auffordert, ihre Zentralen nach Sachsen zu verlegen. Das kommt an, auch wenn es bei den schönen Worten bleibt. Der 54-jährige charmante Sorbe hat Landesvater-Qualitäten entwickelt, ist über die Parteigrenzen hinweg beliebt, auch wenn manches in der sächsischen Politik nicht rund läuft. An ihm liegt es jedenfalls nicht - das besagt zumindest seine Sympathiekurve.

Bei der Bewertung der Landesregierung fällt auf, dass erstens die Frauen am Kabinettstisch eine gute Figur machen und dass zweitens die CDU-Amtsträger ihre liberalen Kollegen alt aussehen lassen.

Andreas Czaplicki, Chef des Leipziger Uniqma-Instituts, hat dafür eine Erklärung: "Wenn eine Partei wie die CDU derart im Mittelpunkt steht, schlägt sich das auch in den guten Sympathiewerten für die Regierungschefs und Minister der CDU nieder. Die FDP-Minister werden momentan in den Abwärtsstrudel der Bundespartei mitgerissen."

Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (54, parteilos), die seit 2009 im Amt ist, erfährt, wie Tillich und auch Sozialministerin Christine Clauß, über die Parteigrenzen hinweg große Anerkennung. Es fällt allerdings auf, dass die Befragten im Studentenalter, also die 18- bis 29-Jährigen, der eloquenten Hochschulministerin mit 59 Prozent nicht so gute Noten geben wie die über 50-Jährigen mit 80 Prozent.

Respekt und Sympathie hat sich auch die Leipziger CDU-Politikerin am Kabinettstisch, Christine Clauß, erworben. Die 63-Jährige übernahm 2008 das Sozialministerium (von Helma Orosz) und wurde 2009 im Amt bestätigt. Fast drei Viertel der Sachsen geben ihr gute Noten, darunter 81 Prozent der Unionswähler und 74 Prozent der SPD-Anhänger. Von den Altersgruppen finden die unter 30-Jährigen die Gesundheitsministerin mit 84 Prozent am sympathischsten. Während Sabine von Schorlemer bei Männern und Frauen annähernd gleich beliebt ist, punktet Christine Clauß vor allem bei Wählerinnen (80 Prozent); deutlich mehr als bei Wählern (63 Prozent).

Die dritte im Damen-Trio, Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU), hat sich in relativ kurzer Amtszeit Anerkennung erworben, indem sie sich systematisch die bildungspolitischen Baustellen vornahm und erst einmal Ruhe hineinbrachte. Die unaufgeregt agierende 59-jährige ehemalige Schulleiterin, die 2012 Roland Wöller ablöste, finden vor allem die unter 30-Jährigen (75 Prozent) sympathisch.

Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU) hat ebenfalls einen hohen Sympathiefaktor, holt von den Männern am Kabinettstisch nach dem Chef die zweitmeisten Punkte. Der 51-Jährige kommt bodenständig und glaubwürdig rüber, in allen Altersgruppen und auch parteiübergreifend.

Finanzminister Georg Unland erhält ebenso wie Innenminister Markus Ulbig und Staatskanzleichef Johannes Beermann von einer Mehrheit der Befragten gute Noten. Besonders bei Beermann, in abgeschwächter Form auch bei Unland und Ulbig, fällt auf, dass er stark polarisiert und etwa von Anhängern der Linken und Grünen erheblich weniger Sympathiepunkte bekommt als von den Unionswählern.

Die beiden FDP-Ressortchefs Sven Morlok (Wirtschaft) und Jürgen Martens (Justiz) stehen zwar bei 90 Prozent der FDP-Wähler hoch im Kurs. Aber das sind eben nur ganz wenige.

Aus der DNN vom 2. Januar 2014.

Anita Kecke

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