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Mitteldeutschland Kumpel Kretschmer sagt ja zum Bergbau in Sachsen
Region Mitteldeutschland Kumpel Kretschmer sagt ja zum Bergbau in Sachsen
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17:50 21.02.2018
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen. Quelle: dpa
Bannewitz

Unter einer „Generalbefahrung“ versteht man in der Bergmannssprache die Begehung und Untersuchung eines Stollens, einer Grube oder eines Schachts. Dabei unterziehen die Bergmänner und -frauen die Strukturen einer Bestandsaufnahme. Mit der Inspektion wollen sie die Richtung ihrer kommenden Arbeit festlegen. Wie passend, dass der Sächsische Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine seinem jährlichen Empfang den gleichen Namen gegeben hat. Am Freitag hat dessen zweite Auflage im historischen Maschinensaal des Marienschachts in Bannewitz (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) bei Dresden stattgefunden. Zu Gast war auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der sich mit einem Grußwort an die Kumpel wandte.

Es ist eine familiäre Veranstaltung, zu der Kretschmer an diesem Abend gekommen ist. Rund vierzig geladene Gäste haben sich vor den Toren der Landeshauptstadt versammelt. Das Bergmusikkorps Freiberg spielt. Dresden selbst ist keine Bergbaustadt. Der nächste Bergmannsverein befindet sich in Freital. Man müsse auch mal die Peripherie besuchen, sagt Franz-Peter Kolmschlag, Geschäftsführer des Landesverbands mit leichtem Grinsen. Hauptaufgabe seines Verbands ist neben der allgemeinen Traditionspflege beispielsweise in Schaubergwerken, die Koordinierung der vorweihnachtlichen Bergparaden. Über 3000 Mitglieder sind in seinen 64 Vereinen organisiert. Der Verband finanziert sich vor allem aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Mit dem Empfang wolle man für weitere finanzielle Zuwendungen werben, so Kolmschlag. Ein nicht immer einfaches Unterfangen, da viele dieser Vereine sich immer wieder mit Nachwuchssorgen beschäftigen.

Umso besser, dass an diesem Abend ein besonderer Gast vor Ort ist. Der Ministerpräsident findet an dieser Tradition viel Gefallen. „Wir sind ein Land, das ,Ja‘ zum Bergbau sagt“, macht er in seinem Grußwort deutlich. Und erklärt, dass der Freistaat Beispiel und Vorreiter für technisch modernen und umweltfreundlichen Bergbau sei. „Das wollen wir so gut wie möglich machen“, leider sei daheim und auch im Ausland ein hundertprozentig sauberer Bergbau nie möglich, weswegen er es schade finde, dass die Industrie ihre Rohstoffe oftmals trotzdem aus anderen Ländern bezieht. Kretschmer verspricht an diesem Abend den Abbau bürokratischer Regelungen, damit es den Bergmannsvereinen erleichtert wird, an Fördergelder zu gelangen. Damit reagiert er direkt auf einen Appell von Ray Lätzsch, dem Vorsitzende des Verbandes: „Bitte unterstützen Sie uns dabei, dass Fördermittel einfacher werden können.“

„Es ist großartig was wir für eine Tradition haben und dass sie noch weiter gelebt wird“, sagte Kretschmer. Deswegen engagiere er sich auch dafür, dass die Unesco die Montanregion Erzgebirge im Sommer in die Liste der Weltkulturerbe- stätten aufnimmt. Außerdem habe der Bergbau Sachsen reich gemacht, weswegen er sich klar zu zukünftigem regionalen Bergbau bekennt: „Wir wollen auch in Zukunft Bergbau im Erzgebirge, in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier, weil die Menschen davon Lohn und Brot gehabt haben und das sollten wir nicht vergessen.“

An diesem Abend geht es einträchtig zu, es wird viel gelacht und gescherzt. Zum Abschluss des offiziellen Teils singen alle gemeinsam das Steigerlied. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass dort kein Ministerpräsident gesprochen hat, sondern ein Kumpel.

Der Marienschacht in Bannewitz ist ein technisches Denkmal und Museum: www.marienschacht.de

Von Edgar Lopez

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