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Kriminalität in Leipzig geht erstmals wieder zurück

Weniger Einbrüche, aber mehr Sexualdelikte Kriminalität in Leipzig geht erstmals wieder zurück

In Leipzig hat die Zahl der Straftaten in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen, jetzt deutet sich ein Lichtblick an. Laut Innenminister Markus Ulbig (CDU) gab es 2017 einen Rückgang vor allem bei Einbrüchen. Sexual-Straftaten nahmen jedoch zu.

Die Polizei in Leipzig verzeichnete 2017 laut vorläufiger Kriminalitätsstatistik weniger Straftaten als noch im Jahr zuvor.

Quelle: dpa

Leipzig. Leipzig ist die Kriminalitätshochburg Sachsens, die Zahl der Straftaten hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen – doch jetzt deutet sich ein Lichtblick an. „Die Situation hat sich etwas verbessert. In Leipzig gibt es im Vergleich zum vergangenen Jahr einen Rückgang an Kriminalität – das ist das erste Mal seit Langem“, sagt Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) gegenüber der LVZ und spricht mit Blick auf die vorläufigen Zahlen für 2017 von einer „höchst bemerkenswerten Entwicklung“. Diese Tendenz gebe es auch für Sachsen insgesamt, so Ulbig: „Die Zahl der Straftaten geht zurück – trotzdem ist das Sicherheitsgefühl der Menschen viel schlechter. Ich möchte keine Euphorie verbreiten, aber die Zahlen sind aktuell positiv und stellen eine Trendwende dar.“

Im vergangenen Jahr war die Kriminalität im Bereich der Polizeidirektion Leipzig auf ein neues Rekordniveau geklettert. Insgesamt waren 117 780 Straftaten in der Stadt sowie in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen erfasst worden – das war der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Und das, obwohl es Ende 2016 innerhalb der Polizeidirektion noch mehr als 23 000 unerledigte Fälle gab, die noch gar nicht in der Kriminalitätsstatistik erfasst wurden. An der Spitze stand die Stadt Leipzig mit 88 615 Fällen – das bedeutete einen Zuwachs von mehr als 20 Prozent (2015: 73 614) und 242 Straftaten pro Tag. Gut die Hälfte aller Ermittlungsverfahren nahmen Diebstähle ein. Darunter waren 9642 Fahrräder (2015: 6851) und 674 Autos (2015: 564).

Mehr Fälle von Vergewaltigung und Missbrauch

Doch nun gibt Ulbig vorsichtige Entwarnung. „Zum Beispiel sind die Kfz-Diebstähle in Leipzig um etwa ein Drittel gesunken. Auch bei den Wohnungseinbrüchen gibt es einen leichten Rückgang, etwa im mittleren einstelligen Bereich“, gibt der Innenminister einen ersten Einblick in die Kriminalitätsstatistik für 2017, die offiziell erst Anfang 2018 erstellt wird. „Für mich heißt das: Neue Bekämpfungsansätze und eine verstärkte Prävention zeigen offenbar Wirkung“, erklärt Ulbig. Zur Wahrheit gehöre aber leider auch: „Die Fälle von Vergewaltigung und Missbrauch haben zugenommen.“

Zugleich wurde die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Fälle deutlich reduziert: Demnach liegen in der Polizeidirektion Leipzig im Vergleich zum Vorjahr rund 3500 Verfahren weniger auf dem Aktenberg. „Vor allem in Zeiten der hohen Flüchtlingszugänge war viel liegen geblieben“, konstatiert der Innenminister. Um die Eingänge schneller bearbeiten zu können, wird Leipzig demnächst Unterstützung aus anderen Polizeidirektionen erhalten. „Mir geht es nicht darum, Probleme klein zu reden“, stellt Ulbig klar, „natürlich ist die Polizei in der Stadt, in der die Kriminalität in Sachsen am höchsten ist, auch besonders belastet.“ Deshalb habe es für die Polizeidirektion Leipzig bereits in den vergangenen Jahren stets mehr Polizisten gegeben als anderswo.

Zusätzliche Streifenwagen bereits unterwegs

„Doch Leipzig ist Kriminalitätsschwerpunkt, und deshalb müssen wir hier noch stärker nachlegen. Fest steht: Wir brauchen mehr Streifenwagen, die unterwegs sind – und daran wird weiter gearbeitet“, kündigt Ulbig gegenüber der LVZ an. Aufgrund der Ausbildungszeiten würde sich die Situation allerdings erst ab 2019 deutlich verbessern. „Deshalb handelt nun auch die Stadtverwaltung und will relativ zügig mehr Ordnungspolizisten einstellen“, lobt der Minister.

Von Andreas Debski

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