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Konflikt zwischen Domowina und Initiative „Sorbisches Parlament“

Demokratische Legitimität abgesprochen Konflikt zwischen Domowina und Initiative „Sorbisches Parlament“

Zwischen der Domowina (Bund Lausitzer Sorben) und der Initiative „Sorbisches Parlament“ ist am Wochenende ein Streit ausgebrochen. Die Domowina warf den Verfechtern des „Serbski Sejm“ in einer „Gegendarstellung“ zu einer Stellungnahme „hemmungslose Konfrontation und aggressive Negierung bestehender Strukturen“ vor.

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Traditionell gekleidete Sorben bei einer Frohnleichnamsprozession in Crostwitz.

Quelle: dpa

Bautzen. Ein seit langem schwelender Konflikt zwischen der Domowina (Bund Lausitzer Sorben) und der Initiative „Sorbisches Parlament“ ist am Wochenende offen ausgebrochen. Die Domowina warf den Verfechtern des „Serbski Sejm“ in einer „Gegendarstellung“ zu einer am Freitag verbreiteten Stellungnahme „hemmungslose Konfrontation und aggressive Negierung bestehender Strukturen“ vor. Die Gegenseite hatte der Domowina die demokratische Legitimität abgesprochen und „Defizite an Lösungskompetenz und Erneuerungsfähigkeit“ unterstellt. Auslöser des Streits waren offensichtlich unterschiedliche Terminvorstellungen für ein Gespräch.

„Man muss leider davon ausgehen, dass dem Domowina-Vorstand durchaus bewusst ist, wie anachronistisch, demokratisch unhaltbar und für die Interessen des sorbischen/wendischen Volkes objektiv schädlich der aus DDR-Zeit herrührende Alleinvertretungsanspruch des Domowina- Vereins ist“, erklärte Sejm-Sprecher Martin Walde. „Die Domowina hat – entgegen den dauernden haltlosen Unterstellungen der Sejm- Initiative – nie einen Alleinvertretungsanspruch für sich geltend gemacht“, hielt Domowina-Chef David Statnik dagegen. Die Domowina sei aber aufgrund ihrer Größe „eine“ und wegen der Gesetze in Sachsen und Brandenburg „die“ Interessenvertretung der Sorben.

Die Initiative „Sorbisches Parlament“ entstand 2011 und strebt eine kulturelle Autonomie bei Bildung und Kultur an. Bislang haben mehr als 800 Menschen eine entsprechende Petition unterzeichnet. In Sachsen und Brandenburg leben etwa 60 000 Sorben und Wenden.

dpa

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