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Mitteldeutschland Köpping ein Jahr nach Clausnitz: „Hass nicht das letzte Wort geben“
Region Mitteldeutschland Köpping ein Jahr nach Clausnitz: „Hass nicht das letzte Wort geben“
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10:06 17.02.2017
Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping ist immer noch fassungslos über die fremdenfeindlichen Krawallen im mittelsächsischen Clausnitz im vergangenen Jahr. Ihrer Meinung nach sollte man dem Hass nicht das letzte Wort geben. Quelle: dpa

Ein Jahr nach der von fremdenfeindlichen Krawallen begleiteten Ankunft eines Flüchtlingsbusses im mittelsächsischen Clausnitz sieht Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping weiteren Handlungsbedarf. Noch immer sei sie fassungslos, wenn sie sich in Erinnerung rufe, wie Teile der Einwohner auf geflüchtete Frauen, Kinder und Väter reagiert hätten, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. „Der Hass, den wir vor einem Jahr in Clausnitz und in anderen sächsischen Städten erlebt haben und immer noch erleben, ist durch nichts zu entschuldigen.“

Für sie persönlich bedeute Clausnitz, „dass ich mich weiterhin sehr intensiv in das direkte Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern begebe“. Die oftmals negativen Erfahrungen, die die Menschen in der Nachwendezeit gesammelt hätten, seien für sie ein Grund für die Ablehnung und den Hass, wie er im Zusammenhang mit der Ankunft von Flüchtlingen sichtbar wurde. „Ich hoffe, dass es uns gemeinsam auch durch das Zuhören und das Wahrnehmen dieser Verletzungen gelingt, die Spaltung und die Feindseligkeit zu überwinden. Dem Hass nicht das letzte Wort zu geben, das ist mein Wunsch.“Die Landespolitik habe Konsequenzen aus fremdenfeindlichen Vorfällen gezogen und ein Bündel von Maßnahmen beschlossen. „Diese zielen beispielsweise auf die Intensivierung des direkten Dialogs mit der Kommunalpolitik und der Bevölkerung, die Verbesserung der politischen und demokratischen Bildung im Rahmen des Schulunterrichtes sowie die Weiterentwicklung des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen – Für Demokratie und Toleranz““, sagte Köpping.

Am 18. Februar 2016 hatte ein fremdenfeindlicher Mob die Ankunft des Busses in Clausnitz blockiert. Die Asylsuchenden saßen stundenlang in dem Fahrzeug fest und konnten erst mit Hilfe der Polizei in die Unterkunft gebracht werden. Ein Video, das zeigt, wie ein Polizist einen verängstigten libanesischen Flüchtlingsjungen gewaltsam aus dem Bus holt, machte bundesweit Schlagzeilen.

dpa

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