Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Knöllchen füllen Stadtsäckel mit Millionenbeträgen
Region Mitteldeutschland Knöllchen füllen Stadtsäckel mit Millionenbeträgen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:28 10.12.2016
Symbolbild Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Mit ihren Bußgeldern sind Falschparker für die sächsischen Kommunen weiterhin eine solide Einnahmequelle. Spitzenreiter beim Kassieren ist in diesem Jahr bisher Leipzig, wie eine dpa-Umfrage in den großen sächsischen Städten ergab. In Kommunen wie Annaberg-Buchholz im Erzgebirge können Falschparker während der Weihnachtszeit mit etwas Glück auch ungeschoren davonkommen.

Für Parkverstöße sowie fehlende Umweltplaketten oder   Hauptuntersuchung wurden in Leipzig nach Angaben der Stadt bis Ende November mehr als 4,6 Millionen Euro einkassiert. Das sind rund 300 000 Euro mehr als im vergangenen Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Dabei gehe es nicht so sehr um die Einnahmen, versichert die Stadtverwaltung. „Wichtiger ist es, die Verkehrsteilnehmer zu einem gesetzeskonformen Verhalten zu bewegen.“ Das erhöhe die Verkehrssicherheit.

Im Leipziger Innenstadtring gibt es nach Angaben der Stadt aktuell fast 3800 Stellplätze, etwa 3500 davon in den Tiefgaragen, die in der Regel privat bewirtschaftet werden. Jenseits der Ringes sind weitere rund 4000 Stellplätze verfügbar. Die Stadt hat in diesem Jahr auf den von ihr bewirtschafteten Stellflächen mehr als 2,5 Millionen Euro an Parkgebühren eingenommen. Der Preis von einem Euro je halbe Stunde sei konstant geblieben, hieß es.

Zusätzliche Parkplätze während der Weihnachtszeit gibt es nicht. Über die P+R-Parkplätze am Stadtrand könnten die Besucher das vorweihnachtliche Markttreiben in der Innenstadt und den Weihnachtsmarkt am besten stressfrei genießen, hieß es im Rathaus.

Auch in Dresden sind die Einnahmen aus Knöllchen gestiegen - von 3,6 Millionen Euro 2013 über 3,95 Millionen Euro 2014 bis auf rund 4 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Bis Ende November dieses Jahres kamen nach offiziellen Angaben rund 3,2 Millionen Euro zusammen. Diese Summe dürfte in der Weihnachtszeit noch kräftig steigen.

Chemnitz hat mit fast 74 600 Knöllchen in diesem Jahr bisher mehr als 1,2 Millionen Euro eingenommen. Im Innenstadtkern gibt es rund 5000 Stellplätze, davon 2300 in privaten
Tiefgaragen und Parkhäusern. Die Parkgebühr beträgt 50 Cent je angefangene 20 Minuten. Es gibt auch noch Straßen, in denen Parken kostenfrei ist - mit und ohne Zeitbegrenzung.

Früher hatte die Stadt an Sommer-Wochenenden versuchsweise auf Parkgebühren im Zentrum verzichtet. Das sollte den Geschäften in der Innenstadt mehr Kundschaft bringen. „Das hat sich nicht bewährt“, hieß es. Stattdessen habe die Zahl der Langzeitparker zugenommen. Besucher der Innenstadt hätten deshalb nur noch schwer einen freien Stellplatz gefunden. Deshalb sei das Experiment in diesem Jahr nicht wiederholt worden.

Auf den öffentlichen Parkplätzen in Zwickau kann bis zu 30 Minuten kostenfrei geparkt werden. 2015 flossen hier aus Parkgebühren fast 702 700 Euro ins Stadtsäckel.

Während der Advents- und Weihnachtszeit können Parksünder in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge auch glimpflich davonkommen und finden mit etwas Glück nur ein sogenanntes freundliches Knöllchen hinter dem Scheibenwischer. Der Weihnachtsmann auf dem Zettel hebt warnend die Hand. „Wahrscheinlich haben Sie die Halte- und Parkverbotsschilder dieses Mal übersehen“, ist auf dem Papier zu lesen. „Deshalb wollen wir heute ein Auge zu drücken und auf eine kostenpflichtige Verwarnung verzichten.“ Die Stadt bittet jedoch, künftig auf Beschilderung und Verkehrsvorschriften zu achten und wünscht ansonsten frohe Festtage.

„Während der Weihnachtszeit sind viele Touristen in der Stadt. Die wollen wir nicht verärgern“, erklärt der Sprecher der Erzgebirgsstadt, Matthias Förster. Allerdings würden die „freundlichen Knöllchen“ jeden Tag auf einer anderen Straße oder einem anderen Platz verteilt. Es könne sich niemand auf sie verlassen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt vor massiver Altersarmut in Südwestsachsen. Grund dafür sei, dass überdurchschnittlich viele Menschen in den Regionen Chemnitz, Zwickau, Mittelsachsen, Erzgebirge und Vogtland im Niedriglohnsektor arbeiteten.

09.12.2016

Die Lausitz als Braunkohleregion muss sich aus Sicht des Landes Brandenburg beim Strukturwandel auf neue Märkte konzentrieren. In Spremberg trafen sich Kommunalvertreter und Politiker aus Brandenburg und Sachsen auf einer Konferenz des kommunalen Bündnisses Lausitzrunde.

09.12.2016

Wer derzeit auf den Gängen des Landtags unterwegs ist, trifft auf emsiges Treiben. Der Grund: Das Großprojekt in diesem Jahr, der Doppeletat 2017/18, geht in die Endrunde und jeder versucht, ein Stückchen vom großen Kuchen abzubekommen. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Die CDU.

09.12.2016
Anzeige