Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeschauer

Navigation:
Google+
Klage abgewiesen – Kein Asyl für „King Abode“

Am Verwaltungsgericht Dresden Klage abgewiesen – Kein Asyl für „King Abode“

Er soll bei den Krawallen auf dem Kornmarkt in Bautzen mitgemischt haben: der 21-jährige Libyer Mohamed Youssef T. Jetzt hat das Verwaltungsgericht Dresden den Asylantrag des unter dem Namen „King Abode“ bekannt gewordenen jungen Mannes abgelehnt.

"King Abode" auf dem Dach einer Bautzner Asyleinrichtung (Archivbild)

Quelle: Imago

Bautzen/Dresden. Der unter dem Namen „King Abode“ in Bautzen und Umgebung bekannt gewordene 21-jährige Asylbewerber Mohamed Youssef T. erhält kein Asyl in Deutschland. Die 12. Kammer des Verwaltungsgerichts (VG) Dresden hat mit jetzt veröffentlichtem Urteil die Klage des Libyers gegen die Ablehnung seines Asylantrages abgewiesen. Der junge Mann soll im Sommer an mehreren Schlägereien auf dem Kornmarkt in Bautzen beteiligt gewesen sein und massiv provoziert haben.

Im August hatte die Stadtverwaltung Bautzen ein dreimonatiges Aufenthaltsverbot gegen „King Abode“ verhängt. Der Libyer war vor wenigen Wochen auf das Dach einer Asylunterkunft in Bautzen geklettert und hatte gedroht, sich in die Tiefe zu stürzen. Ein Spezialeinsatzkommando musste die Aktion beenden.

Vor dem VG schilderte Mohamed Youssef T. am Freitag die Gründe für seine Flucht nach Deutschland. Nach der Revolution 2011 seien sein Vater und zwei Brüder von salafistischen Milizionären getötet worden. Auch auf ihn sei geschossen worden, so der 21-Jährige. In Libyen gebe es keine Gesetze. Deshalb sei er schließlich 2014 über Italien und die Schweiz nach Deutschland gekommen.

„Unter Berücksichtigung der sehr schwierigen und instabilen Lage in Libyen hatte das Gericht zu beurteilen, ob die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Volksgruppe oder die durch den Kläger vorgetragene individuelle Situation zu einem asylrechtlichen Schutzstatus führt“, erklärte VG-Sprecher Robert Bendner. Die Richter der 12. Kammer hätten bei Mohamed Youssef T.keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass er bei einer Rückkehr nach Libyen einer asylrechtlich relevanten Gefahr ausgesetzt sei.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Nach der Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung könnte der Kläger, der von einem Rechtsanwalt aus Jena vertreten wird, binnen eines Monats einen Antrag auf Zulassung der Berufung durch das Sächsische Oberverwaltungsgericht stellen, erklärte Bendner.

Thomas Baumann-Hartwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr