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Kein Ansturm auf Termin-Service für Fachärzte in Sachsen

Neuer Service Kein Ansturm auf Termin-Service für Fachärzte in Sachsen

Ein Ansturm auf den Vermittlungsservice für Fachärztetermine in Sachsen ist bisher ausgeblieben. Der Service habe im vergangenen Jahr in 3500 bis 4000 Fällen Patienten geholfen, einen Arzt zu finden, sagte der Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Klaus Heckemann.

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Quelle: dpa

Dresden. Ein Ansturm auf den Vermittlungsservice für Fachärztetermine in Sachsen ist bisher ausgeblieben. Der Service habe im vergangenen Jahr in 3500 bis 4000 Fällen Patienten geholfen, einen Arzt zu finden, sagte der Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Klaus Heckemann, in Dresden. Verglichen mit landesweit rund acht Millionen Behandlungsfällen je Quartal erscheine die Nachfrage zwar relativ gering. „Der Service ist dennoch sinnvoll.“

Am häufigsten waren laut Heckemann Termine bei Fachärzten für Neurologie und Psychiatrie, Augenärzten und Rheumatologen nachgefragt worden. Diese Anfragen seien in der Regel von Patienten in ländlichen Regionen und vor allem der Chemnitzer Gegend gekommen.

Seit Januar 2016 sind die Kassenärztlichen Vereinigungen verpflichtet, gesetzlich Versicherten in dringenden  Fällen einen  Facharzt-Termin innerhalb von vier Wochen zu vermitteln. So sollen monatelange Wartezeiten vermieden werden. In Sachsen gibt es eine solche Facharztvermittlung schon seit November 2014. Sie war damals freiwillig eingeführt worden. Die Ärzte werden den Angaben zufolge bei vermittelten Patienten durch höheres Honorar motiviert. Diese Behandlung werde höher vergütet als üblich, hieß es.

Die Servicestelle werde weiterhin notwendig sein, bekräftigt auch Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). „Patienten werden bei der Terminsuche unterstützt.“ Die Stelle helfe, wenn ein Patient trotz ärztlich attestierter Dringlichkeit und eigenen Bemühungen keinen Facharzttermin erhalte.

Heckemann prognostiziert gar, dass die Menschen künftig länger auf Facharzttermine warten müssen und den Termin-Service möglicherweise deshalb öfter in Anspruch nehmen werden. Der Grund: Junge Ärzte scheuten zunehmend, sich mit einer eigenen Praxis niederzulassen. Viele von ihnen strebten eine feste Anstellung etwa in einem Medizinischen Versorgungszentrum meist an Krankenhäusern an und arbeiteten dann oft auch nur in Teilzeit. Der Trend werde seit einiger Zeit beobachtet, sagte Heckemann. „Damit verschlechtert sich die medizinische Versorgung. Wenn diese Entwicklung anhält, brauchen wir mehr Ärzte.“ Er stehe deshalb voll hinter der Forderung des Präsidenten der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, der unlängst eine Aufstockung der Medizinstudienplätze in Deutschland um zehn Prozent verlangt hatte.

Aus Sicht der Krankenkassen funktioniert der Facharzt-Service in Sachsen gut. „Uns liegen keine Beschwerden von Versicherten vor, dass sie keinen Zugang zu einem Facharzt erhalten, obwohl eine Überweisung vorliegt“, teilte die AOK Plus, Sachsens größte Krankenkasse, mit. Laut AOK-Daten hat sich die Terminsuche „auf einem relativ niedrigen Niveau“ eingepegelt. Jede Woche würden durchschnittlich etwa 75 Anfragen gestellt.

„Aktuell haben wir keine Informationen darüber, dass unsere Versicherten mit den bestehenden Unterstützungsangeboten in Sachsen unzufrieden sind“, heißt es auch bei der Barmer. Wenn etwa niedergelassene Ärzte in den Ruhestand gehen und andere die Versorgung übernehmen, könne es verstärkt zu Anfragen aus der betreffenden Regionen kommen - bis der Engpass beseitigt sei.

dpa

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