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Mitteldeutschland In Sachsen leidet fast jedes dritte Kind unter chronischen Krankheiten
Region Mitteldeutschland In Sachsen leidet fast jedes dritte Kind unter chronischen Krankheiten
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15:25 14.03.2019
Sächsische Kinder und Jugendliche werden besonders häufig wegen chronischer Leiden ärztlich behandelt. Quelle: dpa
Dresden

Neurodermitis, Heuschnupfen, Rückenschmerzen: In Sachsen ist fast jedes dritte Kind chronisch krank. Das hat der neue Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit ergeben, der am Donnerstag in Dresden vorgestellt wurde. Fast zwei Drittel (61,8 Prozent) aller 625 000 Mädchen und Jungen in Sachsen leiden demnach mindestens einmal pro Jahr unter einem grippalen Infekt oder einer akuten Bronchitis. Danach folgen häufige Infektionskrankheiten, Hauterkrankungen und Augenerkrankungen.

Bedeutende Belastung im Alltag

Bei den potenziell chronischen Erkrankungen tritt der Studie zufolge Neurodermitis und Asthma bei Kindern am häufigsten auf, gefolgt von Heuschnupfen und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes. „Das sind Erkrankungen, die eine bedeutende Beeinträchtigung des Alltags für Kinder und Eltern mit sich bringen können“, sagte Christine Enenkel, Leiterin der DAK-Landesvertretung Sachsen. Für die repräsentative Studie der Universität Bielefeld wurden Behandlungsdaten aus dem Jahr 2016 von fast 15 000 sächsischen Mädchen und Jungen im Alter von null bis 17 Jahren ausgewertet.

Chronische Leiden kommen bei sächsischen Kindern häufiger als im Bundesdurchschnitt vor, besonders Neurodermitis (plus 48 Prozent) und Heuschnupfen (plus 34 Prozent). Bereits Schulkinder leiden zudem unter krankhaftem Übergewicht und Rückenschmerzen. Ab dem zwölften Lebensjahr seien sieben Prozent aller Kinder von Muskel-Skelett-Problemen betroffen, sagte Enenkel und sprach von alarmierenden Resultaten. „Aus chronisch kranken Kindern werden chronisch kranke Erwachsene“, warnte sie.

Bewegungsarmut und Unterhaltungssucht

Als wesentliche Ursachen führt der sächsische Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte falsche Ernährungsgewohnheiten, maßlosen Medienkonsum und Bewegungsmangel der Heranwachsenden ins Feld. Um den Trend zu stoppen, sei auch die Politik gefragt. „Bei der Senkung des Zuckergehalts und der Kennzeichnung von Lebensmitteln sind wir nach jahrelanger Diskussion noch immer nicht weiter“, sagte die Leipziger Kinder- und Jugendärztin Barbara Teichmann. Auch die beabsichtigten Kürzungen beim Schulsport seien eher kontraproduktiv, kritisierte sie.

Große Unterschiede gebe es zwischen Stadt- und Landkindern. Entgegen weit verbreiteter Annahmen leiden Kinder und Jugendliche auf dem Lande zu einem Fünftel mehr unter Heuschnupfen und zu sieben Prozent mehr an krankhafter Fettleibigkeit als Stadtkinder. Die wiederum gingen wesentlich laut Studie häufiger wegen Viruserkrankungen (43 Prozent), Zahnkaries (38 Prozent) und Depressionen (22 Prozent) zum Arzt.

Als Konsequenz wird die DAK-Gesundheit die Präventionskampagne „fit4future“ – eine gemeinsame Initiative mit der Cleven-Stiftung für mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Stressbewältigung – von Grundschulen auch auf weiterführende Schulen und Kitas ausweiten. „Wir müssen noch mehr Kinder und Erwachsene erreichen, um die Gesundheitskompetenz zu stärken“, sagte Enenkel. Die erstmals vorliegende Studie solle zudem in den kommenden Jahren wiederholt werden, um Vergleichsdaten zu bekommen.

Von Winfried Mahr

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