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Mitteldeutschland In Sachsen 14 Notaufnahmen von Schließung bedroht
Region Mitteldeutschland In Sachsen 14 Notaufnahmen von Schließung bedroht
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10:59 27.04.2018
Im Zuge einer Neuregelung sind 14 Notfallaufnahmen in Sachsen von der Schließung bedroht. Quelle: ttr
Leipzig

Im Zuge einer Neuregelung sind 14 Notfallaufnahmen in Sachsen von der Schließung bedroht. Denn in Mitteldeutschland stehen ab nächstem Jahr 39 Notaufnahmen wirtschaftlich auf der Kippe, davon jeweils 14 in Sachsen und Thüringen sowie 11 in Sachsen-Anhalt. Das sieht ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen vor. Die verbleibenden Notfallkliniken sollen dafür garantieren, dass sie die Patienten angemessen betreuen können.

Notfall-Krankenhäuser müssen demnach künftig über eine chirurgische und eine innere Abteilung verfügen. Zudem wird eine Intensivstation mit mindestens drei Beatmungsbetten vorgeschrieben. Von den heute 1748 Krankenhäusern bundesweit sollen künftig nur noch 1120 entsprechende Zuschläge bekommen. Somit könnten 628 Häuser aus der Notfallversorgung herausfallen.

Die sächsische Krankenhausgesellschaft kritisiert die Entscheidung: „Die Folgen dieser Reform wurden nicht transparent und gründlich genug abgeschätzt“, sagte Vize-Geschäftsführer Friedrich München. „Wenn von den 78 Krankenhäusern in Sachsen 14 mit Abschlägen rechnen müssen, wird ihre Situation noch unwirtschaftlicher, als sie ohnehin schon ist.“ Sobald Notaufnahmen wegfallen, gebe es auch weniger ambulante Notärzte und bedeutend längere Rettungswege. „Das kann niemand wirklich wollen.“ Vor allem in ländlichen Regionen wie der Lausitz oder dem Erzgebirge sei die flächendeckende Versorgung in Gefahr, so München. Er sieht den Freistaat in der Pflicht: „Sachsen muss Ausnahmen von dieser Regel schaffen, damit die Krankenhäuser ihrer gesetzlichen Verpflichtung, in Notfällen wirksam zu helfen, weiter nachkommen können.“

Kritik kam auch von den Linken. Die Landtagsabgeordnete Susanne Schaper beklagte, dass „schon jetzt in Teilen Sachsens die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von zwölf Minuten nur in 75 Prozent der Fälle eingehalten wird. Eine weitere Ausdünnung des Netzes etwa durch Schließung von Krankenhaus-Notaufnahmen setzt Menschenleben aufs Spiel.“ Das sei inakzeptabel, so Schaper.

Sollte der Bundesausschuss für seine Vorgaben keine Ausnahmen bei eventuellen finanziellen Abschlägen vorsehen, “muss die Staatsregierung gegebenenfalls die Sicherstellung aus Landesmitteln gewährleisten, um Schaden von den Patientinnen und Patienten in Sachsen abzuwenden“, so die Linke.

Die Befürworter der Reform weisen darauf hin, dass eine lebensrettende medizinische Versorgung für die Notfallpatienten gewährleistet sein muss. „Damit können wir in Zukunft sicherstellen, dass nur noch die Kliniken Fördergelder erhalten, die auch klar definierte Qualitätsstandards einhalten“, sagt Professor André Gries, Notaufnahme-Experte der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme am Uniklinikum Leipzig. Die Sorge, es könne ein Krankenhaussterben einsetzen, teilt er nicht. „Im Gegenteil: Die Versorgung der Patienten wird deutlich verbessert.“

Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) fügt hinzu: „Wir gehen davon aus, dass sich in Sachsen keine Krankenhäuser aus der Notfallversorgung zurückziehen.“ Der Freistaat habe sich in den Verhandlungen dafür eingesetzt, „dass es zur Sicherstellung einer flächendeckenden Notfallversorgung auch Ausnahmeregelungen geben wird. Letztendlich geht aber immer um das Wohl der Patientinnen und Patienten und deren Sicherheit“, so die Ministerin.

Von Winfried Mahr

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