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Mitteldeutschland In Adorf soll Erlebniszentrum zur Flussperlmuschel entstehen
Region Mitteldeutschland In Adorf soll Erlebniszentrum zur Flussperlmuschel entstehen
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14:59 06.12.2016
Flussperlmuscheln, die zu Portemonnaies umgearbeitet wurden, wie es in der Perlmutterwaren-Herstellung vor rund hundert Jahren üblich war. Quelle: dpa
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Adorf

Die Stadt Adorf im Vogtland plant ein Erlebniszentrum für die vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel. Ein vierstöckiges Fachwerkhaus im Ortskern neben dem Perlmutter- und Heimatmuseum könnte entsprechend umgebaut werden, erklärte Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) am Montagabend. Nach dem Konzept eines Planungsbüros sollen die beiden Gebäude mit einem Laufgang verbunden werden. Die Kosten für das Perlmutter-Zentrum werden auf 2,7 Millionen Euro beziffert. Schmidt hofft, das Projekt in den nächsten fünf Jahren umzusetzen und damit auch internationale Gäste anzulocken.

Adorf war bis in die 1920er Jahre ein Zentrum der Perlmutt-Industrie mit bis zu 1000 Beschäftigten. Aus den Muschelschalen entstanden Schmuck und wertvolle Accessoires. Gleichzeitig galt das Vogtland als wichtiges Verbreitungsgebiet des inzwischen seltenen Tieres. Im Adorfer Museum zeugen 9000 Exponate von dieser Zeit. Laut Museumsdirektor Steffen Dietz ist das die größte Sammlung in einem deutschen Museum: „Die beengten Räume lassen keine angemessene Präsentation mehr zu.“ Mit dem ausgearbeiteten Konzept und einem Imagefilm will die Stadt nun auf die Suche nach Fördermitteln gehen.

Nach den Vorstellungen der Stadt sollen sich mit dem Erlebniszentrum zur Flussperlmuschel die Besucherzahlen mindestens verdreifachen. Über 3000 Gäste besuchen jährlich das Perlmutter-Museum. „Die Zahlen sind steigend, wir spüren seit Jahren zunehmendes Interesse. Es ist unser Alleinstellungsmerkmal, und die heutigen Rettungsversuche der Flussperlmuschel haben europaweite Strahlkraft“, betonte Bürgermeister Schmidt.

In dem geplanten Zentrum sollen Besucher unter anderem auf Stegen wandeln und mit Wasser-Projektionen in die Welt der Muscheln eintauchen können. Die Adorfer möchten so über die faszinierende Biologie der sensiblen Flussperlmuscheln informieren. Detailliert steht das Konzept noch nicht fest.

Fünfzehn Kilometer von Adorf entfernt befindet sich eine Muschel- Aufzuchtstation in Regie der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt. Denn während die kleinen Tiere früher zu Tausenden in den vogtländischen Bächen vorkamen, gibt es inzwischen nur noch wenige Exemplare. Andere sächsische Vorkommen gelten als ausgestorben.

dpa

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