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Immer mehr Graffiti-Schmierereien in Sachsen: Aufklärungsquote geht zurück

Immer mehr Graffiti-Schmierereien in Sachsen: Aufklärungsquote geht zurück

In Sachsen sind im vergangenen Jahr die Schäden durch Graffiti-Schmierereien an Gebäuden gestiegen. Betroffen waren mehrheitlich private Eigentümer. Die Aufklärungsquote ging sachsenweit allerdings deutlich zurück.

die Schäden durch Grafitti steigen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Das geht aus Zahlen des Innenministeriums hervor.

Sie sind der Ärger jedes Hausbesitzers, aber ihnen ist nur schwer beizukommen: Graffiti-Straftaten haben im vergangenen Jahr nach DNN vorliegenden Angaben von Innenminister Markus Ulbig (CDU) Sachschäden an Gebäuden von landesweit mindestens 1,1 Millionen Euro verursacht. Knapp 170000 Euro Schaden betrafen öffentliche Gebäude. Im Jahr davor waren Schäden von landesweit 960000 Euro registriert worden, 154000 an öffentlichen Gebäuden. Das Problem ist wahrscheinlich aber noch viel größer. Bei Sachbeschädigung muss die Schadenssumme nicht zwingend erfasst werden. Außerdem werden in der polizeilichen Kriminalstatistik nur allgemein Sachbeschädigungen erfasst, eine Differenzierung nach Graffiti und anderen Sachverhalten gibt es in den alljährlich veröffentlichten Zahlenwerken nicht.

Bei den aktuellen Graffiti-Daten handelt es sich um Angaben, die beim Eingang der Straftaten von der Polizei erfasst werden und sich im Lauf der Ermittlungen und durch die Beseitigung der Verschmutzungen noch entwickeln können. So gibt die Stadt Leipzig den Schaden durch Graffiti-Schmierereien beispielsweise allein für 2012 mit zwei Millionen Euro an. Dresden verweist auf die zuständige Polizeidirektion und nennt für 2012 Schäden an städtischen Gebäuden von 5900 Euro.

Trotz möglicher Schwankungen bei den Schadenssummen sind die aktuellen Zahlen aus dem Hause Ulbig die einzige vorliegende Datenquelle für die landesweite Situation, vor allem bei Fallzahlen und Aufklärungsraten.

Hier sieht es besonders für Leipzig schlecht aus. Mit 1446 Fällen 2011 und 1711 im vergangenen Jahr rangiert die Messestadt jeweils ganz oben und verzeichnet einen erheblichen Zuwachs. Weit dahinter folgten 2011 die Landeshauptstadt mit 647 Fällen und Chemnitz (492). Die Industriemetropole überholte im vergangenen Jahr Dresden (421 Fälle) sogar noch mit 568 Schmierereien. Landesweit registrierten die Polizisten 2011 insgesamt 4467 Graffiti, 950 an öffentlichen Gebäuden. Im vergangenen Jahr waren es 4444 Fälle, 797 betrafen öffentliche Einrichtungen. Bei den Landkreisen stachen 2011 der Vogtlandkreis (353) und Zwickau (277) und im vergangenen Jahr das Vogtland (317) und der Kreis Görlitz (212) negativ hervor.

Bei nahezu stabilen Fallzahlen ging allerdings die Aufklärungsquote deutlich zurück. Lag sie 2011 noch bei 23,9 Prozent, konnten die Ermittler ein Jahr später nur noch in 18 Prozent der Fälle die Verantwortlichen dingfest machen, ein Rückgang von nahezu 25 Prozent. Dresden lag in beiden Jahren mit 13,6 beziehungsweise 14,5 Prozent Aufklärungsquote weit unter dem Landesdurchschnitt, Leipzig mit 11,9 und 8,1 Prozent (2012) ebenfalls.

Angebote von Flächen für legale Graffiti und die Fassadengestaltung mit speziellen Schutzschichten oder Begrünung können Schmierereien lediglich eindämmen. Minister Ulbig: "Patentlösungen zur Vermeidung von Graffitischäden bestehen nicht."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.05.2013

I.P.

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