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Mitteldeutschland Ifo-Experten sehen Potenzial: Ost-Wirtschaft auf Wachstumskurs
Region Mitteldeutschland Ifo-Experten sehen Potenzial: Ost-Wirtschaft auf Wachstumskurs
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17:49 22.06.2017
Quelle: dpa
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Dresden

Für die ostdeutschen Bundesländer einschließlich Berlin erwartet das Dresdner Ifo-Institut 2017 und 2018 ein Wirtschaftswachstum von je 1,8 Prozent. Damit reichen sie an die gesamtdeutsche Entwicklung nahezu heran. Die Forscher korrigierten ihre bisherigen Erwartungen für 2017 um 0,5 Prozentpunkte nach oben. Gründe sind die anhaltend starke Konjunktur in Deutschland und die konjunkturelle Erholung in Europa und der Welt, wie Joachim Ragnitz, stellvertretende Ifo-Leiter in Dresden, am Donnerstag sagte.

Zudem haben die Forscher die Risiken im Zuge von Brexit und einem US-Präsidenten Donald Trump zu stark eingeschätzt. Daher schraubten sie auch die Wachstumsprognose für 2017 für ganz Deutschland von 1,5 auf 1,8 Prozent. Der Osten zieht laut Ragnitz mit, aber die Wirtschaftskraft wird nur geringfügig zum Bundesdurchschnitt aufschließen. „Die Lücke bleibt erheblich.“ So etwa liegt das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem im Osten ohne Berlin bei 81,7 Prozent des Westniveaus.

Laut der jüngsten ifo-Konjunkturprognose entstehen in Ostdeutschland bis Ende 2018 rund 120.000 neue Jobs - 67.000 in diesem und 53.000 im nächsten Jahr. „Die Arbeitsmarktlage wird sich deutlich verbessern“, sagte Ragnitz. Der Geschäftsklimaindex sei auf historischem Höchststand seit 1991, das werde von den Unternehmen auch in entsprechende Wertschöpfung umgemünzt. Er rechnet mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts, wegen der Demografie aber etwas schwächer als in ganz Deutschland.

Laut Ragnitz ziehen die Unternehmensinvestitionen in Deutschland an, wovon Sachsen wegen seiner Wirtschaftsstruktur besonders profitiert. „Es ist das erfolgreichste der ostdeutschen Flächenländer.“ Die Wirtschaftsleistung werde mit 1,9 beziehungsweise 2,0 Prozent noch etwas dynamischer zulegen. Bisher war das Institut für 2017 von 1,4 Prozent ausgegangen. Es zahle sich aus, dass der Freistaat stark auf öffentliche Forschung und Leuchttürme gesetzt hat. Auch die Investitionsquote sei sehr hoch.

„Es besteht wirtschaftspolitischer Handlungsbedarf“, sagte Ragnitz mit Blick auf das Ende des Solidarpakts 2020. Die Länder müssten noch mehr investieren, vor allem in Technologietransfer, Digitalisierung und Bildung. „Die Schulabbrecherquote ist zu hoch.“ Es gelte zudem, die Investitionsförderung voranzubringen und dafür Sorge zu tragen, dass auch künftig noch Investitionen finanziert werden können. „In wenigen Jahren wird deutlich weniger Geld dafür zur Verfügung stehen.“ Andernfalls bekäme das Wachstum einen Dämpfer.

dpa

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