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Mitteldeutschland IHK-Umfrage: Konjunktur in Sachsen verliert an Schwung
Region Mitteldeutschland IHK-Umfrage: Konjunktur in Sachsen verliert an Schwung
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12:15 29.05.2018
Als größtes Geschäftsrisiko nannten die meisten Firmen den Fachkräftemangel. Quelle: dpa
Dresden

Die Konjunktur in Sachsen hat im Frühjahr etwas an Schwung eingebüßt. Die Industrie- und Handelskammern sprachen am Dienstag von einer „saisonbedingten“ Entwicklung. „Während die Einschätzungen der Unternehmen zur Geschäftslage zurückhaltender ausfallen, bleiben die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate auf Spitzenniveau.“ Trotz zunehmender handelspolitischer Unsicherheiten weiche die Wirtschaft somit nicht vom Wachstumskurs ab. An der Umfrage im April nahmen 1776 Unternehmen mit mehr als 85 000 Beschäftigten teil.

Mit 63 Prozent beurteilte eine deutliche Mehrheit der Firmen ihre Lage mit gut. Zum Jahresbeginn waren es noch 67 Prozent. Alledings schnitt der aktuelle Wert besser ab als das Umfrageergebnis im gleichen Zeitraum 2017. „In der sächsischen Industrie kühlt sich die Stimmung etwas ab. Sowohl die Zufriedenheit der sächsischen Industriebetriebe mit ihren laufenden Geschäften als auch die Prognosen der Unternehmen für die kommenden Monate gehen zurück“, heißt es in der Umfrage. Grund dafür sei eine rückläufige Dynamik bei Aufträgen aus dem Ausland in Kombination mit gedämpften Exporterwartungen.

„Die Nachfrage nach Bauleistungen hält an. Die Kapazitätsauslastung steigt weiter. Die aktuell wachsenden Auftragseingänge im Wirtschafts- und öffentlichen Bau lassen 2018 für das sächsische Baugewerbe erneut ein Rekordjahr erwarten“, hieß es. Ein Stimmungshoch wurde auch dem Dienstleistungsgewerbe attestiert. Es gehöre auch 2018 zu den Wachstumstreibern der sächsischen Wirtschaft. Auch der Einzelhandel punktet mit guten Werten. Mehr als die Hälfte der Einzelhändler bewerteten ihre aktuellen Lage mit gut, nur fünf Prozent waren unzufrieden. Sowohl der Handel im Laden als auch der Online-Handel verzeichnen wachsende Umsätze.

Mit 26 Prozent wollten deutlich mehr Unternehmen ihre Investitionen erhöhen als verringern (zehn Prozent), teilten die IHK mit. In den meisten Unternehmen seien Ausgaben für notwendige Ersatzbeschaffungen vorgesehen. Zudem würden Investitionen für Kapazitätserweiterungen und Innovationen spürbar zunehmen. Wegen der hohen Auslastung brauchten die Firmen weiterhin zusätzliches Personal. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Befragungsteilnehmer wollen ihre Mitarbeiterzahl in diesem Jahr erhöhen, nur knapp jeder zehnte Betrieb plant eine Verringerung.

Als größtes Geschäftsrisiko nannten die meisten Firmen den Fachkräftemangel. Dahinter rangieren die Arbeitskosten (49 Prozent) und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (33 Prozent). Vor allem steigende Bürokratie und Belastungen beispielsweise durch die Datenschutzgrundverordnung benennen Unternehmen dabei konkret als Risiken. International tätige Unternehmen befürchten negative Folgen durch die zunehmend protektionistische Handelspolitik weltweit.

dpa

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