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Mitteldeutschland Hoffnung auf Weltkulturerbe-Titel für Crimmitschau - gemeinsamer Antrag denkbar
Region Mitteldeutschland Hoffnung auf Weltkulturerbe-Titel für Crimmitschau - gemeinsamer Antrag denkbar
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20:29 09.09.2015
Die Direktorin des Sächsischen Industriemuseums, Andrea Riedel, macht Crimmitschau weiter Hoffnung auf einen Welterbetitel. Quelle: dpa
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Zwar hatte es das vormalige Textilmuseum zuletzt nicht auf die Vorschlagsliste Sachsens für Deutschlands Bewerber ab 2017 geschafft. „Aber der Freistaat hat uns eine kleine Hintertür geöffnet und eine serielle Bewerbung mit Partnern empfohlen“, sagte Riedel. „Wir wollen deshalb mit Kollegen in Norditalien, Schweden, Holland und Belgien ins Gespräch kommen.“

Aus Sicht der Museumschefin ist ein gemeinsamer Antrag von drei oder vier Einrichtungen vorstellbar - „und das muss nicht auf dem Ticket von Deutschland sein“, fügte Riedel hinzu. Damit könne Crimmitschau das erste Unesco-Welterbe in Deutschland werden, das den Titel über die Bewerbung eines anderen Landes erhalte. Riedel betonte, dass der Titel nur ideellen Wert hätte und keine der für den weiterhin angestrebten Ausbau des Museumsstandorts dringend benötigten Fördermittel brächte.

Nach bisheriger Schätzung werden dafür etwa vier bis fünf Millionen Euro benötigt, wozu sie Hilfe vom Bund oder der EU erhofft. „Ich sehe dafür auch ganz große Chancen“, sagte sie. Der Tuchfabrik sei bereits durch mehrere Expertisen bescheinigt worden, Industriedenkmal von europäischem Rang zu sein. Sie gilt als einer der größten, originalgetreu und vollständig erhaltenen Betriebe ihrer Art in Mitteleuropa. Riedel zufolge gibt es etwa beim Kulturstaatsminister der Bundesregierung, Bernd Neumann, ein neues Programm für national hochwertige Kulturdenkmäler. Infrage kämen auch europäische EFRE-Mittel.

Allerdings seien solche Zuschüsse an Co-Finanzierungen durch Stadt oder Land gebunden, sagte Riedel. Dass der Stadtrat aus finanziellen Gründen den ursprünglich beschlossenen Austritt Crimmitschaus aus dem Zweckverband Industriemuseum abgewendet habe, bezeichnete sie als Erfolg. Der Anfang Oktober verabschiedete Kompromiss, der die Ausgaben der Kommune zur Bewirtschaftung künftig auf jährlich 70 000 Euro beschränkt, lasse die Fortführung des Standorts als „begehbares technisches Denkmal“ und „Museum im Aufbau“ zu.

So werde die Tuchfabrik zwar an weniger Tagen als bisher geöffnet haben, bleibe aber für Besucher zugänglich. „Es wird regelmäßige Öffnungszeiten geben, die Sammlung des Hauses bleibt natürlich erhalten“, betonte Riedel. Mit dem Konzept soll sich der Zweckverband auf seiner Sitzung am 23. Oktober befassen. Riedel zeigte sich zuversichtlich, die für den Zweckverband im Entwurf des nächsten sächsischen Doppelhaushalts vorgesehenen 1,1 Millionen Euro pro Jahr noch deutlich erhöhen zu können. „Eine Steigerung ist wegen erhöhter Energiekosten, Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst und des angestrebten Ausbaus der Forschungsarbeit unumgänglich“, sagte sie.

dpa

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