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Herz, Galle, Knie, Hüfte: Wie gut operieren Kliniken in Sachsen?

Neue AOK-Bewertung Herz, Galle, Knie, Hüfte: Wie gut operieren Kliniken in Sachsen?

Für einen AOK-Navigator wurden an Sachsens Kliniken rund 60.000 Operationen analysiert. Für mehr Wettbewerb und Transparenz hat die Krankenkasse daraus einen Vergleich erstellt – eine DNN-Medizinserie greift die Ergebnisse auf.

OP im Krankenhaus. Patienten fällt es oft schwer, sich für eine Klinik zu entscheiden.

Quelle: dpa

Dresden. Wer sich vor einer Operation für ein Krankenhaus entscheiden soll, bekommt kaum verlässliche Informationen. Zwar müssen die Kliniken jährliche Qualitätsberichte veröffentlichen. Doch die sind für medizinische Laien nur wenig  verständlich. Mit einem Krankenhausnavigator im Internet will die AOK die Orientierung erleichtern. Er listet nicht nur bundesweit alle Kliniken auf, sondern bewertet für acht verschiedene Eingriffe auch die Qualität – vom Einsatz einer künstlichen Hüfte bis zum therapeutischen Herzkatheter.

Freistaat im Bundesvergleich stark

Für Sachsen wurden jetzt auf der Basis von fast 60 600 Operationen von AOK Plus-Versicherten die Ergebnisse aktualisiert. Danach schneiden 39 Krankenhäuser im Freistaat bei mindestens einem der acht Krankheitsbilder überdurchschnittlich gut im Bundesvergleich ab. „Die Oberlausitz-Kliniken Bautzen und das St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig sind sogar in vier Kategorien spitze“, sagt AOK-Vorstand Rainer Striebel. 

Bei Operationen einer gutartigen Prostatavergrößerung erreichen 14 der 27 Krankenhäuser, die diesen Eingriff im Freistaat anbieten, überdurchschnittliche Ergebnisse. Die meisten unterdurchschnittlichen Bewertungen gab es dagegen bei der Behandlung des hüftgelenksnahen Oberschenkelhalsbruchs.

Für die Qualitätseinschätzung wurden neben den Pflichtangaben der Kliniken die Abrechnungsdaten der AOK-Patienten von 2013 bis 2015 durch das kasseneigene Wissenschaftliche Institut ausgewertet. „Zusätzlich haben wir Komplikationen bis ein Jahr nach der Entlassung erfasst“, sagt Striebel.

Krankenhausgesellschaft übt Kritik

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen allerdings sieht den Krankenhausnavigator kritisch. „Es gibt bereits mehrere Qualitätssicherungssysteme“, sagt Geschäftsführer Stephan Helm. Eine Einteilung der Krankenhäuser in drei Kategorien, wie es der AOK-Navigator tue, werde der Komplexität des Themas nicht gerecht.

Mit der Krankenhausstrukturreform soll die Qualität bei der Krankenhausplanung auch in Sachsen eine wichtigere Rolle spielen und künftig finanzielle Auswirkungen für die Häuser haben. Nach dem Willen der Politik sollen kleinere Krankenhäuser  künftig weit weniger schwierige Behandlungen durchführen als heute. Eine Konzentration auf dem Kliniksektor werde in den kommenden Jahren spürbar, sagte der Vorsitzende des Bundesausschusses, Josef Hecken, vor kurzem in Berlin. Der Bundesausschuss ist ein Spitzengremium mit Vertretern von Ärzten, Kassen und Kliniken und trifft zentrale Entscheidungen zur medizinischen Versorgung in Deutschland.

Katrin Saft und André Böhmer

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