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Herbstferien – Sachsen zieht es in die Sonne

Sehnsucht nach Wärme: Herbstferien – Sachsen zieht es in die Sonne

In den Herbstferien, die für Sachsens Schüler am Montag begonnen haben, starten viele Familien in den Süden. „In den beiden Ferienwochen und darüber hinaus stehen Warmwasserdestinationen ganz oben in der Gunst der Urlauber“, sagt Tina Kämpf vom Reiseportal Ab-in-den-urlaub.de.

Ägypten steht derzeit ganz oben in der Gunst der Urlauber.

Quelle: picture alliance / Hans-Peter Me

Dresden. In den Herbstferien, die für Sachsens Schüler am Montag begonnen haben, starten viele Familien in den Süden. „In den beiden Ferienwochen und darüber hinaus stehen Warmwasserdestinationen ganz oben in der Gunst der Urlauber“, sagt Tina Kämpf vom Reiseportal Ab-in-den-urlaub.de.

Das in Leipzig ansässige Unternehmen hat alle Buchungen für das vierte Quartal dieses Jahres ausgewertet und mit dem gleichen Vorjahreszeitraum verglichen. „In Sachsen sind unter den Top-3-Reisezielen unserer Kunden Hurghada und Safaga in Ägypten, die spanische Mittelmeer-Insel Mallorca sowie Side und Alanya in der Türkei“, sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Ungeachtet der instabilen politischen Lage und der Launen des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan blieben türkische Strände gefragt. Im Vorjahresvergleich verliert die Region zwar zwei Plätze, belegt aber noch immer Rang drei.

Auch im bisherigen Jahresverlauf sei die Zahl der Türkeireisen geschrumpft. „Die Reiseveranstalter behalten die Entwicklung ständig im Blick“, sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV). Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden, sich vor Abreise in die elektronische Krisenvorsorgeliste (Elefand) einzutragen. Bei Pauschalreisenden könne sich der Reiseveranstalter im Notfall aber auch an die zuständige Auslandsvertretung in der Türkei wenden.

Unter den Top-20-Destinationen sind es insgesamt knapp drei Prozent weniger Urlauber, die in die Türkei fliegen. Profitieren konnte dagegen Ägypten: Hurghada und Safaga konnten vier Prozent zulegen.

In Thüringen sehen die Lieblingsziele für den Herbsturlaub ähnlich aus: wobei die Türkeistrände in der Gunst sogar noch vor Mallorca liegen. Städte wie Antalya, Belek und die Türkische Riviera verlieren fast fünf Prozent im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres. „Lachender Dritter ist auch hier Ägypten, das die Verluste der Türken in eigene Gewinne umwandeln konnte“, so die Sprecherin von Ab-in-den-urlaub.de, das mit monatlich 2,5 Millionen Usern zu den meistbesuchten Online-Reisebuchungsportalen Deutschlands zählt.

Etwas anders sehen das kleinere
Reisebüros. „Weil traditionelle Ziele in Nordafrika weitgehend weggebrochen sind, und die Kanarischen Inseln wegen der enormen Nachfrage vielen schlicht zu teuer geworden sind, ist die Türkei
bei unseren Kunden der Geheimfavorit“, erklärt Knut Neumann von der „Reiseperle“ im nordsächsischen Krostitz. Bedenken äußerten die Reisewilligen kaum. „Der Tenor ist eher, dass Kriminalität und Terror mittlerweile in keinem Land der Welt auszuschließen sind.“

Reiseverbands-Sprecher Schäfer sieht neben der Mittelmeerregion für Sonnenhungrige auch die Vereinigten Arabischen Emirate als Topziel an. „Wer länger Zeit hat, fliegt nach Sri Lanka, Thailand oder auf die Malediven.“ Mit dem Herbstwetter im eigenen Land steige aber auch das Interesse vieler Deutscher an Städte- und Wanderreisen. „Und da hat Mitteldeutschland ja auch viel zu bieten.“

Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse bestätigt das Wärmedefizit unter den Deutschen. Demnach sagen 46 Prozent der Befragten, dass der diesjährige Sommer eher schlechter war als in den letzten Jahren. Noch größer ist die Unzufriedenheit bei jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren: Hier geben immerhin 61 Prozent an, dieser Sommer sei schlechter gewesen als vorherige Sommer. 30 Prozent stimmen der Aussage zu, dass ihnen etwas fehle, wenn es im Sommer nicht mindestens vier Wochen am Stück heiß und trocken ist.

Von Winfried Mahr

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