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Herausforderin schlägt Erfurts OB beim Silvesterlauf – ohne dabei gewesen zu sein

„Doof und peinlich“ Herausforderin schlägt Erfurts OB beim Silvesterlauf – ohne dabei gewesen zu sein

Marion Walsmann ist durchaus eine schillernde Figur in der Thüringer Landespolitik. Als Erfurter OB-Kandidatin schlug sie den Amtsinhaber Bausewein schon mal beim Silvesterlauf. Dumm nur: Die 54-Jährige trat gar nicht selber an, ließ einen anderen für sich laufen.

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Nicht schlecht – für jemanden, der gar nicht an den Start gegangen war: In der Ergebnisliste ihrer Altersklasse tauchte Marion Walsmann an dritter Stelle auf.

Quelle: dpa und Screenshot

Dresden. Marion Walsmann ist durchaus eine schillernde Figur in der Thüringer Landespolitik. Die heute 54-jährige CDU-Politikerin war bis 1990 Mitglied der DDR-Volkskammer und sitzt seit rund 14 Jahren im Landtag. In dieser Zeit war sie nacheinander Justizministerin, Finanzministerin sowie Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten von Thüringen sowie Chefin der Staatskanzlei.

2013 wurde sie aus dem Amt von der damaligen CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht entlassen, weil diese damals mit Walsmanns Arbeit unzufrieden war. Von mangelnder Loyalität war die Rede, was Lieberknecht aber nicht bestätigen wollte.

Dass Walsmann nun erneut Schlagzeilen macht, hat etwas mit ihrer Kandidatur für das Amt des Erfurter Oberbürgermeisters zu tun, bei der sie am 15. April gegen Amtsinhaber Andreas Bausewein (SPD) antritt – und kurioserweise mit dem Erfurter Silvesterlauf. Am letzten Tag des vorigen Jahres sorgte Walsmann dort mit der Startnummer 616 für Furore. Denn sie erreichte nicht nur eine mehr als respektable Zeit von 20 Minuten und 11 Sekunden auf vier Kilometern, sondern auch Platz 3 in ihrer Alterklassenwertung. Dumm nur, dass die OB-Kandidatin im Ziel nicht verschwitzt im Trainingsanzug, sondern mit frischem Make-up und im noblen roten Mantel abgelichtet wurde. Neben ihr Amtsinhaber Bausewein, der die Strecke tatsächlich, aber nur in 21 Minuten und 54 Sekunden geschafft hatte.

Einem Leser der „Thüringer Allgemeinen“ fiel der Schwindel allerdings auf. Walsmann hatte offenbar einen jungen Sportler mit ihrem Chip laufen lassen und damit ihre Zeit gepimpt. Daraufhin zur Rede gestellt, fand sie die Aktion nur noch „doof und peinlich“. Mit fremden Federn schmücken wolle sie sich jedenfalls nicht, ließ sie wissen. Sie laufe ohnehin lieber Ski oder gehe zum Windsurfen.

Dünne Argumente allerdings für den Ausrichter des Laufes, den Freizeitsportverein Thuringia, der nun eine nachträgliche Disqualifikation Walsmanns prüft. Konkurrent Bausewein bemerkte über seine Konkurrentin süffisant, er hoffe, „dass sie wenigstens zur OB-Wahl persönlich antritt“.

Von Roland Herold

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