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Mitteldeutschland Handwerker auf Wochen ausgelastet - Lange Wartezeiten für Kleinkunden
Region Mitteldeutschland Handwerker auf Wochen ausgelastet - Lange Wartezeiten für Kleinkunden
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15:14 01.03.2018
Wer in Leipzig oder dem Rest von Sachsen einen Handwerker braucht, muss oft lange warten. (Symbolbild) Quelle: dpa
Leipzig

Dem Handwerk in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geht es so gut wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die Auftragsbücher, vor allem in der Baubranche, platzen fast, und die Aussichten sind auch auf mittlere Sicht hervorragend. Die enorme Auslastung der Betriebe sorgt bei Privatkunden mit kleineren Aufträgen jedoch für lange Wartezeiten, wie eine Umfrage der dpa in den drei Ländern vor der Mitteldeutschen Handwerksmesse in Leipzig vom 10. bis 18. Februar ergab.

Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks gibt es deutschlandweit im Baugewerbe Vorlaufzeiten von bis zu zwölf Wochen. In Thüringen ist der Vorlauf in den verschiedenen Baugewerken vom Dachdecker über Zimmerer, Maler, Klempner bis zu Heizungsinstallateuren nach Angaben des Thüringer Handwerkstags teilweise deutlich länger.

Es empfiehlt sich, entsprechend zu planen und Aufträge rechtzeitig in die Wege zu leiten – wie man das beispielsweise beim Kauf eines Autos auch tue, hieß es von der Handwerkskammer Dresden. Helfen kann der persönliche Kontakt zum Handwerker. So kommen in Chemnitz Kunden, die über die Jahre eine Kundenbeziehung zu einem Betrieb aufgebaut haben, sicher schneller zum Erfolg. Aus Leipzig heißt es: „Gut dran ist, wer auf seinen Handwerksmeister zurückgreifen kann.“ Problematisch wird es jedoch bei unvorhersehbaren Ereignissen wie nach dem Orkantief „Friederike“. „Aufgrund der vielen Schäden kommt es selbst beim besten Willen aller Beteiligten zu Wartezeiten“, heißt es fast unisono.

Die Handwerker arbeiteten die Aufträge, die sie bekommen, kontinuierlich ab. Allerdings kämpften sie nicht mehr um jeden Auftrag, teilte die Handwerkskammer Magdeburg mit. Das merke man vor allem bei öffentlichen Ausschreibungen. „Hier gehen wesentlich weniger, manchmal sogar gar keine Angebote ein, was unter anderem auch an der Bürokratie liegen dürfte“, betonte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Romy Meseberg.

Und was passiert, wenn die Toilette verstopft ist, der Wasserhahn unaufhörlich tropft oder die Heizung gar ausfällt? Viele Handwerksbetriebe, vor allem im Sanitär-Heizung-Klima-Bereich hätten Mitarbeiter, die hauptsächlich Notfälle bearbeiteten, erläuterte Meseberg. Der Handwerksmeister werde in der Regel einen Weg finden, um bei Havarien schnell zu helfen, betont die Handwerkskammer Chemnitz.

Die wichtigsten Faktoren bei der langen Wartezeit seien der Fachkräfte- und der Nachwuchsmangel, teilten sämtliche Handwerkskammern in den drei Ländern mit. Dabei präsentieren die Betriebe auf der Mitteldeutschen Handwerksmesse die Technologie von morgen: digitale Vernetzung moderner Haustechnik, Smart-Home-Lösungen, Dachziegel aus Solarzellen sowie intelligente Strom-Speicher. Nach Schätzungen der Branche soll in den kommenden vier Jahren die Zahl der Nutzer im Segment Vernetzung und Steuerung auf 9,3 Millionen Haushalte steigen und sich damit mehr als verdoppeln.

LVZ

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