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Mitteldeutschland Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand steht unter Polizeischutz
Region Mitteldeutschland Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand steht unter Polizeischutz
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14:45 06.12.2018
Bernd Wiegand (parteilos), der Oberbürgermeister von Halle. Quelle: dpa
Halle

Der Oberbürgermeister von Halle, Bernd Wiegand (parteilos) steht unter Polizeischutz. Wie die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd am Donnerstag gegenüber LVZ.de mitteilte, gibt es eine abstrakte Gefahrenlage.

Streifenwagen mit zwei Beamten sind bereits seit Wochen im Wohnumfeld des halleschen Stadtoberhaupts unterwegs, hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ gemeldet. Anwohner bestätigten die verstärkte Polizeipräsenz. Mal stehen die Beamten gut sichtbar morgens vor dem Haus, mal tagsüber und auch mal in der Nacht.

„Nach einer abstrakten Gefahrenlage wurden von der Behördenleitung erforderliche Schutzmaßnahmen veranlasst“, berichtete am Donnerstag Ulrike Diener von der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd. „Aus welchem Anlass und in welchem Umfang diese Maßnahmen geschehen, werden wir aus einsatztaktischen Gründen nicht sagen.“

Es sei davon auszugehen, dass die Lage ständig neu beurteilt wird und diese Schutzmaßnahmen entsprechend angepasst werden. Und Stadtsprecher Drago Bock ergänzte auf LVZ-Nachfrage lediglich: „Die Einschätzungen erfolgen durch die Polizei.“

Der 61-jährige Wiegand, seit 2012 Oberbürgermeister von Halle, soll Anfeindungen sowohl von linksextremen als auch rechtsextremen Kreisen in der Saalestadt ausgesetzt sein. „Die Eierwürfe vor ein paar Tagen gegen eine Hausfassade standen wahrscheinlich im Zusammenhang mit der von der HWG geplanten Hasi-Räumung“, vermutet ein Nachbar.

Wiegand ist Aufsichtsratsvorsitzender der Halleschen Wohnungsgesellschaft (HWG), die die Räumung des von Linksautonomen besetzten Grundstücks Hafenstraße 7 (Hasi) per Gerichtsbeschluss durchsetzen will. Am Hauptsitz der HWG am Hansering sollen sich bereits seit einiger Zeit Sicherheitsmitarbeiter aufhalten.

Bei den von rechten Kräften organisierten Montagsdemonstrationen war der Oberbürgermeister mehrfach ein Thema. Vor zwei Jahren tauchte auf einer Demonstration ein Plakat auf, das dazu aufforderte Flüchtlingsheime in Nachbarschaft von Wiegands Wohnung zu bauen. Aktuell wirft einer jener Organisatoren auf seinem Blog dem Oberbürgermeister vor, für eine „Flüchtlingsinvasion“ mitverantwortlich zu sein.

Von Bernd Lähne

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