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Grünen-Landeschef: Koalition mit der CDU wäre möglich

Grünen-Landeschef: Koalition mit der CDU wäre möglich

Sachsens neuer Grünen-Chef, der 34-jährige Leipziger Anwalt Jürgen Kasek, könnte sich Schwarz-Grün vorstellen, sagt er im Interview. Bedingung sei ein Entgegenkommen der CDU beim Braunkohleausstieg.

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Jürgen Kasek (34)

Quelle: Andre Kempner

Nach der Wahl am 31. August 2014 scheiterten die schwarz-grünen Verhandlungen schon im Anfangsstadium. Die langjährige Grünen-Spitzenfrau Antje Hermenau, die für ein Zusammengehen mit der Union plädierte, warf daraufhin das Handtuch.

Die Grünen sind im Herbst aus der Sondierung mit der CDU ausgestiegen. Bereuen Sie das inzwischen?

Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es gab mehrere Runden, in denen wir sehr intensiv verhandelt haben. Natürlich sind hinterher auch Menschen auf uns zugekommen und haben gesagt, sie hätten uns mehr Courage gewünscht. Die CDU war aber bei der Braunkohle zu überhaupt keinen Zugeständnissen bereit. Wenn man sich die Reichstagswahlen in Schweden anguckt und die Entscheidung von Vattenfall, wären diese Zugeständnisse für die CDU ein Leichtes gewesen. Wenn die CDU mit uns hätte regieren wollen, hätten sie uns an der Stelle entgegenkommen können. Wir können nicht alle Grundsätze über Bord werfen, um an die Macht zu kommen. Ich bin dankbar, in einer Partei zu sein, die noch Grundsätze hat.

Ist Schwarz-Grün noch ein Thema für Sie?

Wenn die CDU morgen käme und sagen würde: Wir haben euer Programm durchgelesen. Bei der Energiewende gehen wir mit, Verkehrswende brauchen wir auch, dann würde ich das nicht ablehnen. Aber wie die CDU derzeit in Sachsen agiert, ist der Weg dahin noch sehr, sehr, sehr weit.

Wo stehen die Grünen - ein Dreivierteljahr nach der Wahl, dem Austritt der langjährigen Fraktionschefin Antje Hermenau, dem Austausch der Parteielite?

Das Schöne ist doch, dass das bei uns möglich ist. Man sieht, die Grünen sind eine basisdemokratische Partei, die offensichtlich über fähige Leute verfügt. Es gibt halt viele, die in der Lage sind, Verantwortung zu übernehmen. Wechsel sind deshalb nichts Negatives. Das heißt nur, dass man auch Routinen aufbrechen und neue Denkanschlüsse finden kann. Gesamtlage ist, wir wollen weiterhin Impulsgeber sein, bei der Energiewende, der Verkehrswende und der Demokratie. Das ist unser ganz großer Anspruch, an dem werden wir arbeiten.

Kann eine Partei ewig Impulsgeber sein?

Natürlich ist unser Anspruch, Inhalte deutlich zu machen und damit durchzudringen. Wir haben den Atomausstieg auf die Tagesordnung gesetzt und über Jahre auf der Straße dafür gekämpft. Im Ergebnis umgesetzt haben es nicht die Grünen. Trotzdem werden alle sagen, dass das unser Verdienst ist. Auch wenn Regieren einfacher und schneller geht, finde ich, man sollte gesellschaftlichen Wandel nicht auf die Regierungsoption verengen.

Was halten Sie von der AfD? Mit der werden Sie im Landtag irgendwie arbeiten müssen.

Mit der AfD habe ich meine Schwierigkeiten, ich halte die AfD für eine im Kern rechtspopulistische Partei, die mit rassistischen Einstellungsmustern arbeitet, die Vorurteile pflegt und ein Familienbild aus dem 20. Jahrhundert kultiviert. Aber natürlich wird man sich im demokratischen Rahmen mit dieser Partei auseinandersetzen. Um klar zu machen, dass sie substanziell nichts anzubieten haben, außer, dass sie sich als Alternative bezeichnen. Interview:

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.05.2015

Christine Keilholz

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