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Mitteldeutschland Gipfeltreffen nach Engpass beim Grippeimpfstoff in Sachsen
Region Mitteldeutschland Gipfeltreffen nach Engpass beim Grippeimpfstoff in Sachsen
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17:09 12.04.2019
Durch Deutschland rollt aktuell wieder eine Grippewelle. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Sachsens Politik, Krankenkassen und Berufsverbände haben Konsequenzen aus den regionalen Lieferengpässen beim Grippe-Impfstoff gezogen. Wie es am Freitag in einer Stellungnahme aus dem Gesundheitsministerium von Barbara Klepsch (CDU) hieß, seien die Rahmenbedingungen für die Bestellung des Impfstoffes in Abstimmung mit den Krankenkassen, dem Apothekerverband und der Kassenärztlichen Vereinigung angepasst worden.

„Das Gesundheitsministerium hat alle Akteure an einen Tisch gebracht und gemeinsam den Engpass in der letzten Impfsaison ausgewertet“, erklärte Klepsch. Grund für die Misere: Aufgrund des sechsmonatigen Produktionszeitraums für den Impfstoff müssten die Apotheken bereits am Jahresanfang ihre Bestellungen für die dann im Herbst beginnende Grippesaison bei den Pharmaunternehmen aufgeben. „Zu diesem Zeitpunkt sind jedoch weder belastbare Prognosen zum tatsächlichen Bedarf der Bevölkerung bekannt, noch lagen bisher verbindliche Verordnungen aus den Arztpraxen vor“, erklärte Thomas Dittrich, Vorsitzender des sächsischen Apothekerverbandes.

Künftig soll dieses Problem unter anderem dadurch gelöst werden, indem die Impfungen aus der vergangenen Saison als Richtwert für die nächste genommen werden. Die Ärzte müssten sich auch nicht mehr ausschließlich auf den preiswertesten Impfstoff bei der Vorbestellung beschränken, weil sie keine Rabattverträge mehr daran binden, sagte Klaus Heckmann, Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung. „Eine verschiedene Hersteller einbeziehende Vorbestellung federt mögliche Lieferschwierigkeiten oder gar – ausfälle ab und sorgt damit für einen reibungslosen Ablauf der Impfsaison“, so Heckmann weiter.

Klepsch: Influenza ist keine harmlose Erkrankung

Gesundheitsministerin Klepsch appellierte am Freitag unter anderem auch an alle Mitarbeiter in medizinischen und pädagogischen Einrichtungen, sich rechtzeitung für die nächste Grippesaison impfen zu lassen. Die aktuell wieder zahlreichen Grippefälle im Freistaat zeigten, dass die Influenza keine harmlose Erkrankung ist.

Im Herbst 2018 war es aufgrund der großen Nachfrage regional zu Engpässen bei der Belieferung mit Grippe-Impfstoff gekommen. Eine Allgemeinverfügung des Gesundheitsministeriums ermöglichte es Apotheken anschließend, auch Restbestände aus dem Ausland aufzukaufen, um die Lücken zu schließen.

Seit Saisonbeginn sind in Sachsen 21.880 Influenza-Fälle bei den Behörden bekannt geworden. Experten vermuten, dass die Dunkelziffer noch höher sei, weil nicht Fall im Labor untersucht werde und einige Erkrankte auch nicht den Weg zum Arzt suchten. 62 der Infizierten starben. In der vorangegangenen Saison gab es in Sachsen 176 Tote und 47.765 gemeldete Influenza-Fälle.

Von Matthias Puppe

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