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Mitteldeutschland Gerangel vor der Wahl: Sachsen besetzen im Bundestag 35 Plätze
Region Mitteldeutschland Gerangel vor der Wahl: Sachsen besetzen im Bundestag 35 Plätze
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18:21 09.09.2015
Wollen in den Bundestag einziehen: die sächsischen Spitzenkandidaten (von links unten im Uhrzeigersinn) Thomas de Maizière (CDU), Katja Kipping (Linke), Thomas Jurk (SPD), Monika Lazar (Grüne) und Jan Mücke (FDP). Fotos. dpa Quelle: Michael Kappeler

Zu klein ist das Land im bundesdeutschen Vergleich, zu gering ist die Einwohnerzahl, als dass es zu entscheidenden Verschiebungen nach dem 22. September kommen dürfte. Entsprechend groß ist das Gerangel der Parteien auf die begehrten Sitze.

Die besten Chancen von allen hat die Union. Um dies zu befeuern, schickt Sachsens CDU bundespolitische Prominenz ins Rennen. Mit Thomas de Maizière steht nicht nur ein weit über die Grenzen des Freistaats bekannter Politiker ganz vorn auf der Liste, sondern schlicht der Bundesverteidigungsminister. Dabei dürfte selbst die Tatsache, dass der Wahl-Dresdner durch die Drohnen-Affäre einiges von seinem Nimbus als Politiker ohne Fehl und Tadel eingebüßt hat, die Aussichten von de Maizière nicht entscheidend schmälern.

CDU - vorn bei den Demoskopen

Insgesamt 16 Direkt-Wahlkreise sind im Freistaat zu vergeben, genauso viele wie 2009. Exakt dieselbe Anzahl Abgeordnete sitzen derzeit für die Sachsen-CDU im Bundesparlament - was auch die Zielmarke für den Urnengang am 22. September ist. "Wir wollen wieder alle Wahlkreise direkt gewinnen", gibt Generalsekretär Michael Kretschmer die Tonlage vor. Und laut aktuellen Umfrage liegt das durchaus im Bereich des Möglichen. Denn in der letzten Erhebung vom MDR steht die Sachsen-CDU bei erstaunlichen 48 Prozent, nach "nur" 35,6 real geholten Prozent bei der Bundestagswahl vor vier Jahren. Zwar gehen selbst Christdemokraten hierzulande nicht von einem Ergebnis nahe der 50-Prozent-Marke aus, für die Kandidaten aber dürfte es trotzdem reichen. Folge: Gute Aussichten haben die Abgeordneten Arnold Vaatz, Bettina Kudla oder Thomas Feist.

Linke - mit Imageproblemen

Auch Sachsens Linke kann mit einiger Bundesprominenz aufwarten. Schließlich sitzt mit der Dresdnerin Katja Kipping nicht nur eine 35-Jährige im Bundestag, sondern auch eine der beiden Bundesvorsitzenden. Und nicht nur das: Hinter Kipping kommen zwei Bundesvize aus dem Freistaat, Caren Lay und Axel Troost. Beide haben bereits Bundestagserfahrung - und gute Chancen, weitere vier Jahre dort zu verbringen. Allerdings hat die Linke derzeit mit Problemen zu kämpfen. Beachtliche 24,5 Prozent fuhr die Partei 2009 in Sachsen ein, stellte damit acht Abgeordnete. In aktuellen Umfragen aber kommt sie nur noch auf magere 13 Prozent - weshalb es beim Listenparteitag vor einigen Monaten hart zur Sache ging. Dabei gab es durchaus prominente "Opfer". So wurden mit Barbara Höll und Ilja Seifert gleich zwei Bundestagsabgeordnete nach hinten durchgereicht, auf die wenig aussichtsreichen Plätze 9 und 10. Ein wenig Hoffnung besteht dennoch. Denn in Zukunft werden sogenannte Überhangmandate im Lande selbst ausgeglichen, das aber kommt kleineren Parteien zu Gute - auch der Linken.

SPD - Partei mit mageren Werten

Mit Sorgenfalten blicken Sachsens Sozialdemokraten auf den 22. September. Zu schaffen macht der SPD nicht nur das durchwachsene Image ihrer Bundesspitze, auch im Land selbst ringt die Partei mit mageren Zustimmungswerten. Gerade mal 14,6 Prozent holte die SPD 2009 im Freistaat, ein wenig besser steht sie nun in aktuellen Umfragen da: Bei derzeit 17 Prozent sehen sie die Demoskopen, was immerhin für sechs Plätze gut sein sollte. Vorn rangieren zwei bekannte Gesichter aus dem Freistaat: Als Spitzenkandidat fungiert Thomas Jurk, der Ex-Wirtschaftsminister in Sachsen, auf Platz 3 steht der Leipziger Ex-OB Wolfgang Tiefensee, der auch schon mal Minister war - auf Bundesebene.

FDP - PR-Truppe in Schwierigkeiten

Im Freistaat fahren die Liberalen bereits seit Jahren einen ganz speziellen Kurs. "Sächsischer Weg" lautet die Parole, die der Partei einige Erfolge beschert hat. Bei der letzten Wahl zum Bundestag zum Beispiel holte die FDP prächtige 13,3 Prozent, konnte vier Abgeordnete ins Berliner Parlament schicken. Trotz massiver Einbrüche peilt Generalsekretär Torsten Herbst genau diese Anzahl wieder an, auch wenn aktuelle Prognosen mager ausfallen - gerade drei Prozent. Immerhin aber schicken die Liberalen mit Jan Mücke einen parlamentarischen Staatssekretär auf Bundesebene ins Rennen, und der rührt unverdrossen die Werbetrommel.

Grüne - Öko-Partei im Aufwind

Jahrelang haben die Grünen im Freistaat ein Mauerblümchendasein gefristet, und auch beim letzten Urnengang 2009 war ihr Ergebnis nicht berauschend. 6,7 Prozent holte die Öko-Partei landesweit, was gerade mal für zwei Plätze gereicht hat - für Monika Lazar und Stephan Kühn. Jetzt aber gibt es leichten Aufwind, auf Bundesebene sowieso, aber auch in Sachsen. So sieht die aktuelle Umfrage die Grünen derzeit bei neun Prozent, was für einen Platz zusätzlich gut sein dürfte. Ab der vierten Stelle allerdings wird es eng. Dort beginnt der Bereich der sogenannten Wackelkandidaten - der von Johannes Lichdi vor allem.

Rest mit geringen Aussichten

Neben den fünf Etablierten bewerben sich sieben weitere (Klein-) Parteien um die Gunst der Wähler. Dabei reicht der Reigen von der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) über Piraten und Freien Wähler bis hin zur Euro-kritischen Alternative für Deutschland (AfD). Die Aussichten allerdings sind durchweg bescheiden. Gerade mal sieben Prozent geben die Demoskopen diesem kleinen Rest - zusammen wohlgemerkt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.09.2013

Jürgen Kochinke

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