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Mitteldeutschland Gemalt, erobert, niedergebrannt: Auf zum Tollenstein!
Region Mitteldeutschland Gemalt, erobert, niedergebrannt: Auf zum Tollenstein!
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15:25 28.06.2018
Ein Prozessionsweg mit elf Nischenkapellen führt den Kreuzberg hinauf. Quelle: Foto:
Großschönau

. Unser Wandertipp gilt einer 18 Kilometer langen Rundwanderung mit einigen Höhenunterschieden. Sie beginnt in Herrenwalde, einem an der tschechischen Grenze gelegenen Dorf bei Großschönau. Ein kleiner Wanderparkplatz ist vorhanden.

Wir laufen mit dem „Gelben Strich“ direkt in den Nachbarort Dolní Podluží (Niedergrund) im Lausurtal. Der Wanderweg verlässt das Tal, wir bleiben im Ort und erreichen einen Badeteich. Dahinter biegen wir in die Straße nach Jiretín pod Jedlovu (St. Georgenthal) ab. Hinter diesem gut befahrenen Teilstück mit einem Kreisverkehr ist das Bergstädtchen in Kürze erreicht. Es wurde 1554 durch Georg von Schleinitz gegründet und zeigt den regelmäßigen Grundriss sächsischer Bergstädte. Heute leben hier weniger als 700 Einwohner.

Vom Marktplatz geht es mit dem „Grünen Strich“ zum 563 Meter hohen Krížová hora (Kreuzberg). Hier befindet sich ein steiler Prozessionsweg mit elf sehenswerten Nischenkapellen und einer Wallfahrtskirche. Oben wandern wir auf einem Höhenrücken weiter und treffen im Wald auf den „Roten Strich“. Dieser führt auf einem Skihang bergan. Wir erreichen eine Liftanlage und etwas weiter oben einen Querweg. Hier gehen wir rechts auf aussichtsreicher Strecke ein Stück um den Berg herum.

Wer den Aufstieg zum 774 Meter hohen Tannenberg (Jedlova) geschafft hat, kann sich in einer rustikalen Bergbaude stärken. Der 23 Meter hohe Aussichtsturm von 1891 krönt den dritthöchsten Berg des Lausitzer Gebirges und bietet einen schönen Rundblick bis in die Sächsische Schweiz oder das Isergebirge.

Für den Abstieg folgen wir dem Wanderweg „Roter Strich“ zur Burgruine Tolštejn (Tollenstein). Die Anlage wurde 1337 von Zittau aus erobert, um Raubzüge der Besatzung zu sühnen. Im 15. Jahrhundert erwarb das Adelsgeschlecht von Schleinitz die Burg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie niedergebrannt und von den Schweden erobert. 1865 errichtete Johann Josef Münzberg eine Gastwirtschaft. Bereits Carl Gustav Carus und Caspar David Friedrich zeichneten den Tollenstein. Von den Felsen des 670 Meter hohen Berges bietet sich ebenso ein hervorragender Ausblick.

Es folgt der steile Abstieg über Wiesenland in die Ortschaft Lesné (Innozenzidorf). Dort überqueren wir die Fahrstraße und den Weißbach. Dann steigen wir im Wald den Hang hinauf. Alternativ zum „Roten Strich“ können wir der gelben Markierung folgen und treffen in einem Tal auf einen Bergbaulehrpfad. Dessen Tafeln sind in der Landesprache gehalten. Wir folgen dem bequemen breiten Waldweg entlang eines Bächleins. Er steigt immer steiler an, ehe er wieder auf den „Roten Strich“ trifft. Von hier folgen wir einer in Kürze links abbiegenden gelben Strichmarkierung über die Grenze (Schwarzes Tor) und finden Anschluss an den Oberlausitzer Bergweg (Blauer Strich). Dieser führt durch einsamen Laubmischwald über den nahen Weberberg und dann bergab auf dem Oberen Bornweg bis nach Herrenwalde.

Hinweise: Radwander- und Wanderkarte Nr. 073 „Oberlausitzer Bergland und Nationalpark Böhmische Schweiz“ (1:35.000) vom Verlag Dr. Andreas Barthel Borsdorf; auf der Wanderkarte Sachsen, Blatt 51, Naturpark Zittauer Gebirge (Vertrieb durch den Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen, Olbrichtplatz 3, 01099 Dresden, Tel. (0351) 8283-0) fehlt allerdings der Gipfel des Tannenberges; VVO-Hotline: 0351/852 65 55

Von Frank Wehrmeister

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