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Geburtenhoch beschert Kinderärzten volle Wartezimmer

Gesundheit Geburtenhoch beschert Kinderärzten volle Wartezimmer

Das Geburtenhoch in Dresden und Leipzig sorgt bei Kinderärzten für reichlich Beschäftigung. Zwar seien diese Städte auf dem Papier mit Kinderärzten überversorgt, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen, Klaus Heckemann, in Dresden. Aber: „Säuglinge machen mehr Arbeit.“

Symbolbild

Quelle: dpa

Dresden. Das Geburtenhoch in Dresden und Leipzig sorgt bei Kinderärzten für reichlich Beschäftigung. Zwar seien diese Städte auf dem Papier mit Kinderärzten überversorgt, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen, Klaus Heckemann, in Dresden. Aber: „Säuglinge machen mehr Arbeit.“ Deshalb hätten es deren Eltern oft schwer, einen Arzttermin zu bekommen. „Wir zahlen Ärzten, die ein Neugeborenes als Patient neu aufnehmen, eine zusätzliche Vergütung.“

8542 Kinder - 4355 Jungen und 4187 Mädchen - kamen nach Angaben der Stadt 2016 in Dresden zur Welt, 332 mehr als 2015 und so viele wie seit 1990 nicht. Auch Leipzig verzeichnete mit 6873 Neugeborenen eine neue Bestmarke; 2015 waren es 6622 Geburten.

In Dresden gibt es laut KV aktuell 56 Kinderärzte. Das entspreche - bezogen auf die dort lebenden Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahren und nach den geltenden Kriterien - einer Versorgung von fast 113 Prozent. In Leipzig seien es 54 Ärzte entsprechend einer Abdeckung von mehr als 110 Prozent. Die beste Versorgung landesweit gibt es Heckemann zufolge im Landkreis Sächsische Schweiz (188 Prozent).

Das Geburtenhoch sei zu spüren, das Wartezimmer voller geworden, hat der Dresdner Kinderarzt Frank Heinke festgestellt. Vor allem im Winter: Da würden die Kinder schnell mal krank. „Aber wir schaffen das“, sagte Heinke in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Er glaube nicht, dass Dresden mehr Kinderärzte brauche.

Heckemann fürchtet jedoch, dass sich die allgemein gute Versorgung mit Kinderärzten in Sachsen verschlechtert. Wegen des Geburtenrückgangs vor allem in den 1990er Jahren sei der Beruf eines Kinderarztes für angehende Mediziner wegen fehlender Perspektiven nicht attraktiv gewesen. Das wirke nach. Zudem hätten Kinderkliniken sowie Kinder- und Jugendabteilungen in Krankenhäusern geschlossen, so dass es nicht mehr einfach sei, eine Weiterbildungsstelle zum Facharzt zu finden.

Die Situation sei für einige Facharztrichtungen wie Kinderarzt und vor allem auch Kinder- und Jugendpsychiater tatsächlich schwieriger geworden, bestätigte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Stephan Helm. Die Krankenhäuser hätten in der Regel versucht, die Kinder- und Jugendabteilungen so lange wie möglich zu erhalten, obwohl die Patientenzahlen gesunken seien, das sei aber nicht immer gelungen.

Diese Abteilungen fehlten nun nicht nur bei der Patientenversorgung, sondern auch bei der Ausbildung ärztlichen Nachwuchses. Die Entwicklung ist Helm zufolge landesweit sehr unterschiedlich. Während die Versorgung in großen Städten wie Dresden und Leipzig noch gut sei, werde der Bedarf bei zunehmenden Geburten weiter steigen.

dpa

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