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Mitteldeutschland Gebhardt soll Linken-Spitzenkandidat in Sachsen werden
Region Mitteldeutschland Gebhardt soll Linken-Spitzenkandidat in Sachsen werden
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16:05 02.12.2018
Rico Gebhardt soll Spitzenkandidat der Linken zur sächsischen Landtagswahl werden. Quelle: dpa
Dresden

Fraktionschef Rico Gebhardt wird die sächsische Linkspartei aller Voraussicht nach im nächsten Jahr in den Landtagswahlkampf führen. In einer Urwahl haben sich 88,7 Prozent der Mitglieder für den 55-Jährigen entschieden. An der Basisbefragung hatten sich 4052 der insgesamt 8000 sächsischen Genossen beteiligt. Die Nominierung soll offiziell bei einem Parteitag am 8. Dezember in Radebeul erfolgen. Das Votum der Basis ist bindend.

Gebhardt war einziger Bewerber

Gebhardt, der bis vor einem Jahr auch Parteivorsitzender in Sachsen gewesen ist, war der einzige Bewerber für die Spitzenkandidatur. In einem offenen, fünfwöchigen Verfahren hatte sich für den gebürtigen Erzgebirger kein Herausforderer gefunden. „Offensichtlich habe ich in den Jahren nachgewiesen, dass ich diese Position ausfüllen kann“, meinte der Fraktionschef nach Abschluss der Bewerbungsrunde, „es besteht wohl der Wunsch nach Kontinuität.“ Der Spitzenkandidat hatte sich bis Ende November auf 13 Regionalkonferenzen präsentiert und den Fragen der Basis gestellt. Sachsens Linke-Vorsitzende Antje Feiks (39) sprach am Sonnabend von einem „famosen Ergebnis“, das Gebhardt „mächtig Rückenwind durch die Mitglieder“ gebe.

Mitglieder entscheiden auch über Wahl-Schwerpunkte

Parallel zur Mitgliederbefragung über Gebhardt wurde auch über die Schwerpunkte für die Landtagswahl unter dem Motto „Basis ist Boss“ abgestimmt. Dabei konnte aus insgesamt 15 Themenfeldern ausgewählt werden. Auf die ersten drei Plätze setzten die Linke-Mitglieder den Kampf gegen menschenverachtende Ideologien und für ein weltoffenes Sachsen, die Verbesserung der Betreuung von Pflegebedürftigen und eine flächendeckende Arztversorgung sowie das Eintreten gegen Altersarmut. Von den Mitgliedern waren auf den Regionalkonferenzen insgesamt 156 Thesen eingereicht worden. Antje Feiks sah nach der Abstimmung eine große Einigkeit: „Ein humanes, ökologisch intaktes Sachsen für jung und alt mit guten Löhnen und bezahlbaren Mieten ist das Ziel, für das wir kämpfen werden.“

Erstmals Basis-Votum über Spitzenkandidaten

Im August hatte der Landesparteitag beschlossen, dass zur Nominierung einer Spitzenkandidatin oder eines Spitzenkandidaten erstmals ein Mitgliederentscheid stattfinden soll. Die seit gut einem Jahr amtierende Landesvorsitzende Antje Feiks hatte für sich die Spitzenposition – die als Parteichefin qua Amt natürlich gewesen wäre – bereits frühzeitig ausgeschlossen. Denn die 39-Jährige hat im August einen Sohn bekommen, will sich auf Familie und Partei konzentrieren. Allerdings wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem vierköpfigen Spitzenteam gehören, dass gemeinsam mit Gebhardt die ersten fünf Plätze der Linken-Landesliste belegen soll. Aus paritätischen Gründen wird dieses Quartett hinter der Nummer Eins aus drei Frauen und einem Mann bestehen.

Von Andreas Debski

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