Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Freie Wähler in Sachsen peilen Einzug in den Landtag an

Freie Wähler in Sachsen peilen Einzug in den Landtag an

Mit der Ankündigung, bei der Landtagswahl 2014 antreten zu wollen, haben die Freien Wähler in Sachsen für Aufsehen gesorgt. Landeschef Bernd Gerber freut das; er sieht sich aber nicht als Vorsitzender einer Protestpartei.

Voriger Artikel
Land Sachsen will bei staatlicher Berufsausbildung sparen
Nächster Artikel
Schauer senken Waldbrandgefahr in Sachsen nur teilweise

Bernd Gerber

Dresden . Frage: Sie machen sich bereit für den Kampf um den Einzug in den Landtag. Wie ernst ist es Ihnen damit?

Bernd Gerber: Sehr ernst. Wir sind dabei, uns personell und inhaltlich entsprechend aufzustellen. Und wir haben gute Chancen, dass uns das gelingt.

Was macht Sie so sicher?

Wir sind auf kommunaler Ebene seit Jahren verankert. In den Kommunen haben wir mit den Wählergemeinschaften landesweit über 24 Prozent erreicht, damit sind wir zweitstärkste politische Kraft in Sachsen nach der CDU. Wir sind in allen Kreistagen vertreten und in zwei von drei kreisfreien Städten. Ohne uns geht in den meisten Kreistagen nicht mehr viel.

Warum ist es Ihnen dann bisher nicht gelungen, diese Kräfte auf Landesebene zu bündeln?

Uns gibt es als eingetragenen Verein seit 20 Jahren. Bisher aber haben wir noch nicht versucht, in den Landtag einzuziehen. Das ist jetzt anders. Wir haben parallel zum e.V. eine Partei gegründet. Und die versteht sich als Kind des Landesverbands, das ist unsere Besonderheit.

In Bayern sind die Freien Wähler in den Landtag eingezogen, weil viele Mitglieder von der CSU herbe enttäuscht waren. Ist dies auf Sachsen übertragbar?

Nein. Wir verstehen uns nicht als Kontrahent der CDU. Und überhaupt ist es nicht unser erstes Ziel, anderen Parteien Stimmen abzujagen. Großes Potenzial sehe ich eher bei den Nichtwählern - vom rechten bis zum linken Flügel.

Die CDU sieht das ein wenig anders. Dort geht die Sorge um vor den Freien Wählern -

Das mag sein. Aber wir haben in Sachsen nie Angriffe auf andere Parteien gefahren. Wir suchen eher den Kontakt. Bei der CDU ist dies auch gelungen; bei der FDP gibt es dagegen ein paar Berührungsängste. Wir verstehen uns als bürgerliche Alternative, nicht als Protestpartei.

Warum so bescheiden?

Weil wir uns inhaltlich einbringen und konstruktiv arbeiten wollen. Wir suchen Sachmehrheiten und sind nicht auf Krawall gebürstet.

CDU-Fraktionschef Steffen Flath spricht bereits von neuen Optionen für mögliche Regierungsbündnisse. Was halten Sie von dieser freundlichen Umarmung?

Das ehrt uns. Aber klar ist auch: Wir wollen Herrn Flath nicht im Gegenzug ebenfalls umarmen. Wir sind und bleiben eigenständig.

Interview:

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.05.2012

Jürgen Kochinke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Digital Abo

    "DNN Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, das Sie überall und rund um die Uhr nutzen können -... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr