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Mitteldeutschland Forscher: Fremdenfeindliche Gewalt schadet der Wirtschaft im Osten
Region Mitteldeutschland Forscher: Fremdenfeindliche Gewalt schadet der Wirtschaft im Osten
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13:49 17.11.2016
Pegida gilt als Katalysator der fremdenfeindlichen Stimmung Quelle: DNN (Archiv)
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Dresden/Halle

Der starke Anstieg rechtsextremistisch motivierter Gewalttaten gefährdet nach Ansicht eines Wirtschaftsforschers den wirtschaftlichen Aufholprozess in Ostdeutschland. Die Fremdenfeindlichkeit werde seiner Meinung nach ausländische Fachkräfte abschrecken und sei deshalb schlecht für die Attraktivität des Standorts, sagte Oliver Holtemöller, Leiter der Abteilung Makroökonomik am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle, am Donnerstag.

„Qualifizierte Fachkräfte finden Arbeitsplätze überall auf der Welt - ein gefragter IT-Spezialist wird sich die Region aussuchen, in der er sich willkommen fühlt“, sagte Holtemöller der Deutschen Presse-Agentur. Zwar gebe es noch keine Studien, die den Anstieg rechter Gewalt mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Verbindung setzten. Die Hinweise seien jedoch eindeutig. Auch am Leibniz-Institut werde das Thema bei Bewerbungsgesprächen von ausländischen Wissenschaftlern immer wieder angesprochen. „Wie viele sich gar nicht erst bewerben, wissen wir nicht.“

Gerade der Osten Deutschlands müsse Zuwanderung als Chance wahrnehmen. In den kommenden Jahren werde die Zahl der Erwerbsfähigen in den Neuen Bundesländern dramatisch schrumpfen - vor allem, weil deutlich mehr Menschen in Rente gehen als junge nachkommen. Hinzu komme nach wie vor eine Abwanderung in Richtung Westen. „Das betrifft vor allem qualifizierte Fachkräfte“, erklärte Holtemöller.

Ohne Zuwanderung werde sich die wirtschaftliche Situation weiter verschlechtern. „Eine Gesellschaft, die von Vielfalt und Offenheit geprägt ist, bringt mehr Innovationen hervor.“ Deutschland müsse deshalb für hoch qualifizierte Zuwanderer noch attraktiver werden - etwa durch den Abbau von Regulierungen oder steuerliche Anreize.

Gewalttaten mit rechtsextremistischem Hintergrund sind nach Zahlen aus den Verfassungsschutzberichten in Ostdeutschland besonders ausgeprägt. Zwischen 2012 und 2015 hat sich die Zahl dieser Gewalttaten dort mehr als verdoppelt. „Darüber wird auf der ganzen Welt berichtet - die Leute bekommen das mit“, sagte Holtemöller. Da im Ausland häufig nicht zwischen Ost- und Westdeutschland differenziert werde, erleide auch ganz Deutschland einen Imageschaden. „Für Ostdeutschland ist das Problem aber größer.“

dpa

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