Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Flüchtlingsbus in Clausnitz blockiert - Prozess in Freiberg
Region Mitteldeutschland Flüchtlingsbus in Clausnitz blockiert - Prozess in Freiberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:43 15.03.2017
Die fremdenfeindlichen Ausschreitungen von Clausnitz (Mittelsachsen) haben ein reichliches Jahr später für zwei der damaligen Akteure ein strafrechtliches Nachspiel. Quelle: dpa
Anzeige
Clausnitz/Freiberg

Die fremdenfeindlichen Ausschreitungen von Clausnitz (Mittelsachsen) haben ein reichliches Jahr später für zwei der damaligen Akteure ein strafrechtliches Nachspiel. Am kommenden Dienstag (21.3.) müssen sich zwei Männer vor dem Amtsgericht Freiberg wegen Nötigung verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, am 18. Februar 2016 einen Busfahrer daran gehindert zu haben, Asylsuchende zu ihrer Unterkunft in Clausnitz zu bringen. Sie sollen die Weiterfahrt des Busses mit Fahrzeugen blockiert haben.

Wie die Chemnitzer „Freie Presse“ am Mittwoch berichtete, hat eine ursprünglich mitangeklagte Frau mittlerweile einen vom Freiberger Amtsgericht verhängten Strafbefehl akzeptiert. Sie muss deshalb nicht auf der Anklagebank Platz nehmen.

Die Blockade hatte seinerzeit in ganz Deutschland Diskussionen ausgelöst. Die Bilder eines fremdenfeindlichen Mobs lösten Empörung aus. Die Flüchtlinge saßen stundenlang in dem Bus fest und konnten erst mit Hilfe der Polizei in die Unterkunft gebracht werden. Ein Video, das zeigte, wie ein Polizist einen verängstigten libanesischen Flüchtlingsjungen gewaltsam aus dem Bus holt, machte bundesweit Schlagzeilen. „Der Hass, den wir vor einem Jahr in Clausnitz und in anderen sächsischen Städten erlebt haben und immer noch erleben, ist durch nichts zu entschuldigen“, sagte Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) unlängst zum Jahrestag des Geschehens.

Das Gericht hat sechs Verhandlungstermine im wöchentlichen Abstand angesetzt. Der letzte Verhandlungstag ist für den 25. April geplant.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gutachter haben 2016 in 52 Fällen ärztliche Behandlungsfehler festgestellt. Das waren drei mehr als im Jahr zuvor. Die meisten vermuteten Behandlungsfehler entfielen auf die Bereiche Chirurgie, Innere Medizin und Orthopädie.

15.03.2017

Linke-Politikerin Kerstin Köditz sieht die Gefahr von Rechtsterrorismus in Deutschland nicht gebannt. Köditz begrüßte am Mittwoch die Urteile gegen die Führungsriege der rechtsextremen „Oldschool Society“, warnte aber vor einem Nachlassen im Kampf gegen Rechts.

15.03.2017

Sachsen fühlt sich bei Bahnstrecken vom Bund ausgebremst. Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) konstatierte am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Landtag „Stillstand“ im Bundesverkehrsministerium. Die aus sächsischer Sicht wichtigsten Vorhaben seien nach wie vor nicht bewertet.

15.03.2017
Anzeige