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Mitteldeutschland Flüchtlinge – Sachsens Arbeitskräfte von übermorgen
Region Mitteldeutschland Flüchtlinge – Sachsens Arbeitskräfte von übermorgen
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11:35 11.01.2017
Viele der Flüchtlinge, die in Sachsen Arbeit suchen, haben keine Berufsausbildung, ein Drittel nicht mal einen Schulabschluss.  Quelle: dpa
Dresden

6104 geflüchtete Menschen, die einen Job suchen, führte die Landesarbeitsagentur in Sachsen in ihrer Dezemberstatistik 2016. Das waren 4,2 Prozent aller Arbeitssuchenden. Von diesen Männern, Frauen und Jugendlichen kommen mit 3266 gut 50 Prozent aus Syrien, 641 aus Afghanistan, 524 aus dem Irak und 240 aus Eritrea, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Landesagentursprecher Frank Vollgold zufolge hatten von den 6104 Geflüchteten lediglich fünf Prozent eine Ausbildung, die sie als Experten unmittelbar für den ersten Arbeitsmarkt empfahl. 17,8 Prozent von ihnen ordnete die Chemnitzer Behörde den Status Fachkraft zu. Die überwiegende Mehrheit, nämlich 63,8 Prozent, hatten keine Berufsausbildung, 34,4 Prozent von ihnen nicht mal einen Schulabschluss. Damit, so Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen, kamen sie maximal für einen Helferjob infrage. Und die sind in Sachsen – vor allem in den Ballungsräumen – nicht gerade dicht gesät. Hier werden vor allem Fachleute gesucht.

Der Regionaldirektion zufolge hatten von den 6104 arbeitslosen geflüchteten Menschen 4848 einen Status als anerkannte Flüchtlinge, wurden also von den Jobcentern betreut. Die Arbeitsagenturen hingegen nahmen 1105 Asylbewerber sowie 151 geduldete Flüchtlinge unter ihre Fittiche.

Hansen erklärte, es brauche einen langen Atem, um die Flüchtlinge für den ersten Arbeitsmarkt fit zu machen. „Das sind nicht die Fachkräfte von heute, auch nicht die von morgen, vielleicht aber die von übermorgen“, dämpfte er mit Blick auf die oft spartanischen Voraussetzungen Erwartungen an rasche Erfolge bei den Integrationsbemühungen. Um Sprach- und Berufskompetenz aufzubauen, arbeiten die Arbeitsagenturen und Jobcenter eng mit dem (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) BAMF, dem sächsischen Kultusministerium sowie mit den Wirtschaftskammern zusammen. Es gebe zahlreiche Projekte, die speziell Jugendliche oder Frauen in den Fokus nähmen. Oft aber gehe um handwerkliche Fähigkeiten: „Dinge buchstäblich mit ihrer Hände Arbeit schaffen“ – das könnten relativ viele.

Doch, so Hansen, alle Förderprojekte würden verpuffen, wenn die Menschen keinen Job fänden. „Am Ende des Tages braucht es einen Arbeitgeber“, sagte er und appellierte an Firmenchefs, sich an Praktika-Initiativen zu beteiligen.

Barbara Stock

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