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Mitteldeutschland Filialabbau in den sächsischen Sparkassen gestoppt
Region Mitteldeutschland Filialabbau in den sächsischen Sparkassen gestoppt
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12:45 11.03.2018
Der Umbau von Sparkassenfilialen in Sachsen, der vor allem ein Abbau von einst 1088 Zweigstellen im Jahr 2000 auf 701 Ende 2017 war, ist nach Ansicht des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) gestoppt. Quelle: dpa
Berlin

Der Umbau von Sparkassenfilialen in Sachsen, der vor allem ein Abbau von einst 1088 Zweigstellen im Jahr 2000 auf 701 Ende 2017 war, ist nach Ansicht des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) gestoppt. OSV-Präsident Michael Ermrich verwies darauf, dass Sparkassen-Dienstleistungen nicht nur in städtischen Zentren, sondern auch in ländlichen Regionen aufrecht erhalten werden sollen. Neben den 469 „mitarbeiterbesetzten Sparkassenstellen“ würden auch die 204 Selbstbedienungs-Filialen sowie die 1151 Geldautomaten im Freistaat genutzt. Ermrich reagierte damit auch auf Kritik von Sparkassenkunden, die sich zunehmend abgehängt fühlten. Die Sparkassen seien mit Bürgermeistern und Landräten im Gespräch, um die Versorgung in der Fläche zu gewährleisten, sagte der OSV-Präsident. Im Vergleich zum Jahr 2016 habe sich die Zahl der Zweigstellen in Sachsen im Vorjahr sogar leicht um drei erhöht.

Während die Geschäfte der zwölf sächsischen Sparkassen trotz oder wegen der Niedrigzinsphase gut liefen, trübe die „Brüsseler Regelungswut“ die Aussichten. Ermrich warnte eindringlich vor der Einführung einer europaweiten, einheitlichen Einlagensicherung (EDIS). Die deutschen Sparkassen verfügten bereits über ein zuverlässiges Haftungssystem. Sie dürften nicht für riskante Geschäfte ausländischer Banken in An- spruch genommen werden.

Der OSV setzt dabei auf die künftige Bundesregierung, die in ihrem Koalitionsvertrag mit Blick auf die Regulierung einen Unterschied zwischen Sparkassen, Genossenschafts- und Förderbanken einerseits sowie „systemrelevanten Großbanken“ andererseits verlange. Nur müsse dieses Prinzip auch in Brüssel umgesetzt werden, meinte Ermrich. Er appellierte an den – voraussichtlich – künftigen Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), die Interessen der deutschen Sparkassen in der EU ebenso hartnäckig zu vertreten wie Ex-Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Dass es seit Monaten immer noch keine handlungsfähige Bundesregierung gebe, schade allerdings der Position Deutschlands in Brüssel, monierte der OSV-Präsident.

Die Einlagen der sächsischen Sparkassenkunden kletterten derweil im Vorjahr um moderate 0,8 Prozent auf 41 Milliarden Euro. Das gesamte Geldvermögen bei den Sparkassen liegt inzwischen bei 54 Milliarden Euro. In Zeiten mickriger Zinsen waren vor allem Termingelder mit einem Plus von 8,4 Prozent sowie Einlagen mit nominaler Verzinsung mit einem Zuwachs von 17,2 Prozent gefragt. Der Umsatz mit Wertpapieren legte um 18 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro zu.

Auf der anderen Seite ist die Nachfrage nach neuen Krediten mit 4,3 Milliarden Euro, ein Minus von 2,4 Prozent, im Vorjahr etwas zurückgegangen. Allerdings entspricht dies immer noch dem Doppelten der Kreditnachfrage von vor zehn Jahren. Während Kommunen weniger Geld in Anspruch nahmen, legten Unternehmen und Selbstständige mit 2,5 Milliarden Euro – plus 1,3 Prozent – sowie Privatkunden mit 1,6 Milliarden Euro – plus 5,2 Prozent – bei neuen Darlehen zu. Die Wohnungsbaufinanzierung blieb mit 1,8 Milliarden Euro etwa auf dem Niveau des Jahres 2016.

Stolz verwies Ermrich ebenfalls darauf, dass sächsische Sparkassen aktuelle Olympiasieger, wie den Bobfahrer Francesco Friedrich, Eric Frenzel (Nordische Kombination) oder das Eiskunstläuferpaar Aljona Savchenko und Bruno Massot, über ihre jeweiligen Vereine unterstützten.

Von Reinhard Zweigler

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