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Mitteldeutschland Feuerwerke aus Sachsen - Was wird der Knaller des Jahres?
Region Mitteldeutschland Feuerwerke aus Sachsen - Was wird der Knaller des Jahres?
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17:28 09.09.2015
Der Feuerwerksverkauf für Silvester ist gestartet. Quelle: dpa

„Das ist eine neue Idee“, sagt Bernhard Krombach (48) von der Freiberger Niederlassung des Pyrotechnikherstellers Weco. Das Unternehmen aus Eitorf (NRW) fertigt nach eigenen Angaben jährlich mehr als 17 Millionen Silvesterraketen, allein 8 Millionen davon im sächsischen Freiberg. Laut dem Verband der pyrotechnischen Industrie in Ratingen erzielt die Branche jährlich einen Umsatz von mehr 120 Millionen Euro - das weitaus meiste davon in den letzten drei Tagen des Jahres.

Verkauft wird Silvesterfeuerwerk in Deutschland ab Montag (29.12.). In dem Freiberger Betrieb wird seit etwa 300 Jahren mit Schwarzpulver hantiert. Das Gelände liegt etwa sieben Kilometer außerhalb der Stadt inmitten bewaldeter Hügel an den Ufern des Flüsschens Mulde. „Aus Sicherheitsgründen“ - so erklärt Krombach die Abgeschiedenheit und die Nähe zum Wasser. Auf einem firmeneigenen Testgelände werden neue Effekte erprobt. „Wir haben hier fast jeden Tag Silvester.“ Aus einem Batterieblock mit 50, 60 oder auch mehr als 100 Geschossen steigen - ein Mal entzündet - oft minutenlang laut knallend rote, grüne, gelbe oder blaue Leuchtkugeln bis zu 50 Meter in die Höhe, wo sie zerplatzen. Laut knatternd blitzen silberne oder goldene Sterne auf. „Ein schönes Bukett und kräftige Farben sind entscheidend“, sagt Krombach. Das Geheimnis besteht in der Menge, Körnung und Mischung des pyrotechnischen Materials. Damit wird immer weiter experimentiert. „Der Trend geht zu diesen Mehrschussbatterien“, sagt der Niederlassungschef.

Bei einigen Ausführungen, sogenannten Fächerbatterien, ändern die aufeinanderfolgenden Geschosse die Abschussrichtung. „Diese mag ich besonders. Da ist Bewegung am Himmel.“ Auch der Verband der pyrotechnischen Industrie hat den Trend zu den Feuerwerksbatterien beobachtet. Diese seien „der sprichwörtliche Knaller dieses Jahres“, sagt ein Sprecher. „Die optischen Effekte werden immer wichtiger.“ Die Knallerei sei hingegen nicht mehr ganz so angesagt. „Die Menschen wollen vor allem etwas Schönes sehen.“

Immer wichtiger werden laut Krombach die Feuerwerke abseits von Silvester bei Jubiläen, Feiern und Stadtfesten. Zum Jahreswechsel sind die klassischen Raketen weiter beliebt. „Manche genießen es geradezu, diese zu entzünden.“ Der Experte empfiehlt, die Raketen aus einem leeren Bierkasten statt der oft gebrauchten leeren Sekt-Flasche abzuschießen. „Die kann umfallen.“

Er warnt zudem vor illegalem Feuerwerk. Dieses enthalte oft deutlich mehr Sprengstoff als in Deutschland zugelassen und sei nicht ungefährlich. Ebenfalls gefragt sind sogenannte Vulkane, die Fontänen sprühen und immer größer werden. Mehr als 200 verschiedene Feuerwerksartikel stellt das Unternehmen her - Knaller, Tischfeuerwerke, Gold- und Silberregen, Bühnenfeuerwerke, Sterne, Blinker, Heuler - die ganze Palette. Einen deutschen Unterschied hat der Betriebschef beobachtet. „Knaller sind im Osten viel beliebter als im Westen.“

Ralf Hübner, dpa

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