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Mitteldeutschland Feinkosthersteller Homann sagt Umzug ab
Region Mitteldeutschland Feinkosthersteller Homann sagt Umzug ab
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16:34 27.04.2018
Feinkosthersteller Homann verzichtet auf seinen geplanten Umzug nach Sachsen Quelle: DNN
Sachsen

Der Feinkosthersteller Homann aus dem Osnabrücker Land verzichtet auf seinen geplanten Umzug nach Sachsen. Die Homann-Produktion solle an allen bestehenden deutschen Standorten weitergeführt werden, teilte die Unternehmensgruppe Theo Müller am Freitag mit. Der Aufsichtsrat habe stattdessen beschlossen, rund 200 Millionen Euro in die Standorte Dissen, Bad Essen, Bottrop und den Standort Rogätz in Sachsen-Anhalt zu investieren. Ein weiterer Standort ist im thüringischen Floh-Seligenthal. Aber auch Sachsen ging nicht leer aus: Müller kündigte an, in dem Freistaat 250 Millionen Euro investieren zu wollen - darunter 140 Millionen in eine neue Produktionsstätte. Dabei sollen rund 150 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Investitionen sind bis 2021 geplant.

Noch im vergangenen Jahr hatte Homann angekündigt, die Produktion bis 2020 im sächsischen Leppersdorf zu konzentrieren und damit auch den seit 1876 bestehenden Stammsitz der Firma in Dissen bei Osnabrück zu schließen. Sozialpläne waren bereits ausgehandelt worden. Nun will die Homann-Geschäftsführung erneut Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen.

Über die Gründe für den Kurswechsel machte die Müller-Gruppe zunächst keine genauen Angaben. „Grundlage des Aufsichtsratsbeschlusses waren die Ergebnisse einer Prüfung des bisherigen Standortkonzepts hinsichtlich Zeitplanung, Investitionsvolumen und Positionierung am Markt“, hieß es lediglich in einer Pressemitteilung. Noch im vergangenen Jahr hatte der Konzern betont, dass die Fortführung der Alt-Standorte unwirtschaftlich sei. Beobachter bringen das Umdenken bei Müller mit dem Weggang zweier Homann-Top-Manager im Herbst in Verbindung, die sich maßgeblich für den Umzug nach Leppersdorf eingesetzt hatten. Daraufhin habe die neue Unternehmensleitung die Umzugspläne wieder auf den Prüfstand gestellt. Darüber hatte seinerzeit das „Westfalen-Blatt“ erstmals berichtet.

„Ich nehme mit Bedauern zur Kenntnis, dass die Übersiedlung von Homann nicht funktioniert“, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Freitag. Er zeigte sich aber erfreut, dass die Theo-Müller-Gruppe am Standort Leppersdorf investieren wolle und sich damit klar zum Standort bekenne. Das Unternehmen hat dort bereits unter anderem eine große Molkerei.

In Sachsen ist neben der neuen Produktionsstätte etwa eine Membranfiltrationsanlage, ein neues Hochregallager sowie eine Anlage zur Aufbereitung von Abwasser geplant. „Leppersdorf bleibt damit einer der modernsten Molkereistandorte in Europa“, erklärte Dulig. Er betonte, dass ihm von der Unternehmensgruppe versichert worden sei, dass die Entscheidung eine unternehmerische sei und nichts mit Sachsen zu tun gehabt habe. Dem Freistaat sei kein Schaden entstanden - Fördergelder seien noch keine geflossen.

dpa

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