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Feinkost Homann stellt Umzug nach Sachsen infrage

Ministerium unterrichtet Feinkost Homann stellt Umzug nach Sachsen infrage

Die sächsische Staatsregierung ist über mögliche Änderungen hinsichtlich des geplanten Umzugs des Feinkostherstellers Homann vom niedersächsischen Dissen nach Leppersdorf in Sachsen informiert.

Ein Schild am Werkstor des Homann Werks weist in Dissen (Niedersachsen) auf den Fabrikverkauf hin. Der Feinkosthersteller Homann will seine Umzugspläne für das Stammwerk im niedersächsischen Dissen nach Leppersdorf (Sachsen) überprüfen.

Quelle: dpa

Dresden. Der Umzug des Feinkostherstellers Homann vom niedersächsischen Dissen nach Leppersdorf in Sachsen droht zu platzen. Das zur Theo Müller-Gruppe gehörende Unternehmen kündigte am Freitag überraschend an, seine im vergangenen Juni beschlossene Verlegung des Stammwerks und die Konzentration der Produktion im Landkreis Bautzen noch einmal zu überdenken. Bestimmte Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren erforderten eine weitergehende Überprüfung, sagte ein Sprecher. Zuvor hatte das Bielefelder „Westfalen-Blatt“ berichtet, das knapp 300 Millionen Euro teure Projekt werde auf den Prüfstand gestellt.

Die sächsische Staatsregierung wurde nach eigenen Angaben bereits im Dezember über die Überlegungen informiert. Am 19. Dezember hatte der Freistaat einen Investitionszuschuss in Höhe von 11,3 Millionen Euro gewährt.

Ebenso wie die Belegschaft sei man von Homann überraschend ins Bild gesetzt worden, dass das Projekt „unternehmensintern einer erneuten grundlegenden Überprüfung unterzogen werde“, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Dresden. Mit einem Ergebnis der Überprüfung ist demnach nicht vor Ende Februar zu rechnen. „An Spekulationen, zu welchem Ergebnis diese unternehmensinterne Überprüfung führen wird, beteiligen wir uns nicht.“

Der Betriebsratsvorsitzende in Dissen reagierte verhalten auf die Berichte. „Ich will keine Hoffnungen wecken, das ist alles Lesen im Kaffeesatz“, sagte Andreas Straede der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe weiter vom angekündigten Schließungstermin Ende Februar 2020 aus. „So ist es im Sozialplan und Interessensausgleich vereinbart. Sollte es andere Entscheidungen geben, müssen wir weitersehen.“ Die Belegschaft des Stammwerks hatte sich gegen die Umzugspläne gestellt.

Die sächsische Regierung werde weiterhin dafür Sorge tragen, „dass keine aus Sicht der Unternehmensgruppe entscheidungsrelevanten Faktoren, die durch den Freistaat Sachsen beeinflussbar sind, einer Bestätigung der Entscheidung für die Großansiedlung am Standort Leppersdorf entgegenstehen.“

Grund für die neuen Überlegungen ist laut „Westfalen-Blatt“ der Weggang zweier Homan-Top-Manager im Herbst. Sie hätten sich maßgeblich für den Umzug nach Sachsen engagiert. Die neue Unternehmensleitung stelle die Pläne nun auf den Prüfstand.

Der Homann-Aufsichtsrat hatte im Juni beschlossen, seine Produktion in Sachsen zu bündeln. In Leppersdorf betreibt Müller bereits eine große Molkerei. Im Zuge der Konzentration sollten die Werke in Dissen, Bad Essen, Bottrop und Floh-Seligenthal in Thüringen 2020 geschlossen werden. Das Unternehmen hatte argumentiert, die alten Standorte seien nicht mehr wettbewerbsfähig. In der Region Osnabrück gab es mehrfach Proteste gegen die Schließungspläne, dort wären 1200 Arbeitsplätze betroffen. Insgesamt beschäftigt Homann rund 3000 Mitarbeiter.

dpa

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