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Mitteldeutschland Fast täglich wird Schlangenleder-Mode am Flughafen Leipzig beschlagnahmt
Region Mitteldeutschland Fast täglich wird Schlangenleder-Mode am Flughafen Leipzig beschlagnahmt
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14:44 06.07.2017
Neon-Python-Sneakers, orangene Handtaschen – der Leipziger Zoll zog im letzten halben Jahr 150 illegale Pythonleder-Modestücke aus dem Verkehr. Quelle: dpa
Dresden

Wer wissen will, was man auf den Boulevards der großen Modehauptstädte trägt, der muss nicht in die neue Vogue schauen – sondern den Zoll fragen. „Schauen Sie mal nach Paris auf die Champs-Élysées, da sind Python-Taschen total angesagt“, sagt Michael Glaubauf vom Hauptzollamt Dresden und deutet in Richtung des aufgebauten Tischs, auf dem sich die Funde der letzten sechs Monate befinden. Taschen, Gürtel, Schuhe – alles aus Pythonleder, alles illegal mit der Post verschickt und am Leipziger Flughafen aus dem Verkehr gezogen.

Auf den Boulevards Europas wohl ein echter Hingucker: Taschen, Schuhe und Gürtel aus Pythonleder. Die Regeln für Ein- und Durchfuhr des Schlangenleder sind streng. Der Leipziger Zoll stellte im letzten halben Jahr immer mehr illegale Python-Ware sicher.

Zwar ist Python-Ware nicht das einzige, was der Zoll wegen Verstoßes gegen den Artenschutz beschlagnahmt. Aber das Schlangenleder liegt wegen seines besonderen Musters und seiner Ebenmäßigkeit derzeit hoch im Kurs. Allein im letzten halben Jahr haben die Leipziger Zöllner 150 Waren aus Pythonleder einkassiert. Aus Südostasien, dem natürlichen Lebensraum der Schlangen, werden sie in Paketen verschickt, landen zur Durchfuhr am Leipziger Flughafen und sollen von dort weiter zu ihren Adressaten gelangen. In Deutschland ist die Nachfrage nach Pythonleder wohl noch nicht so hoch – dafür aber in Spanien, Frankreich, Italien und in der Ukraine.

Oft werden die Taschen oder Schuhe einzeln in Paketen versandt, mit einer Rechnung um die 20 Euro. In Wahrheit aber kosten allein die Taschen zwischen 200 und 500 Euro. Eine falsche Rechnung legen die illegalen Händler nur deshalb bei, um bei eventuellen Kontrollen den Anschein zu erwecken, es handle sich um Fake-Leder, das wegen seines geringen Wertes nicht versteuert und verzollt werden muss.

Das wissen die Zöllner aber bereits. So übergeben sie die verdächtige Ware an einen Wissenschaftler, der dann ein Gutachten erstellt. Handelt es sich um Python-Leder, so wird die Ware konfisziert und eine Ermittlung eingeleitet. Die Pythonhaut darf in Europa zwar gehandelt werden, die Einfuhr unterliegt aber strengen Regeln. Diese erfüllen die Pakete nicht.

Was dann eigentlich mit den begehrten Schuhen und Taschen passiert? „Wir brauchen ein paar zu Schulungszwecken“, so Glaubauf. „Der Rest landet dann in der Verbrennungsanlage.“ Und nicht auf den Champs-Élysées.

Von August Modersohn

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