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Mitteldeutschland Familie wehrt sich gegen Foto von Sophia L. bei Chemnitzer AfD-Demo
Region Mitteldeutschland Familie wehrt sich gegen Foto von Sophia L. bei Chemnitzer AfD-Demo
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19:39 04.09.2018
Teilnehmer des „Schweigemarschs“ in Chemnitz trugen auch ein Foto von Sophia L. (Zweite von rechts) vor sich her. Quelle: Dirk Knofe
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Chemnitz/Amberg

Die Familie der ermordeten Sophia L. verwahrt sich dagegen, dass Teilnehmer einer AfD-Demonstration in Chemnitz das Foto der Studentin im Großformat trugen. „Wir lassen nicht zu, dass das Andenken an unsere Sophia für ausländerfeindliche Zwecke missbraucht wird. Wir stellen uns in ihrem Namen gegen die Instrumentalisierung ihrer Person für Hetze, Rassismus und Hass“, erklärte der Bruder der Getöteten am Dienstag. „Sophia ist kein Opfer von irgendeiner Einwanderungspolitik – nicht nur, weil der Tatverdächtige gar kein in Deutschland lebender Immigrant war.“

Bei dem „Schweigemarsch“ von AfD und Pegida am Samstag in Chemnitz trugen Demonstranten Plakate mit großformatigen Porträtaufnahmen vor sich her. Darunter war auch ein Bild von Daniel H., der am 26. August am Rande des Stadtfests in der Chemnitzer Innenstadt erstochen worden war. Zwei Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft, nach einem Dritten wird seit Dienstag öffentlich gefahndet.

Die in Amberg in der Oberpfalz geborene Sophia L. hatte im Juni von ihrem Studienort Leipzig aus Richtung Nürnberg trampen wollen. Ein Lastwagenfahrer aus Marokko soll die 28-Jährige laut Polizei an einer Tankstelle mitgenommen und umgebracht haben. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Von LVZ

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