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Mitteldeutschland Fall Unister: Erste Anklage wegen Betrugs in Venedig steht bevor
Region Mitteldeutschland Fall Unister: Erste Anklage wegen Betrugs in Venedig steht bevor
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10:44 07.12.2016
Unistergründer Thomas Wagner kam bei einem Flugzeugunglück nach dem gescheiterten Deal in Venedig ums Leben. Quelle: André Kempner
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Dresden

Ein deutscher Unternehmer wird bei einem faulen Kreditgeschäft in Italien um viel Geld betrogen. Einen Tag später stirbt er bei einem Flugzeugabsturz. So wohl geschehen im Fall von Unister-Chef Wagner. Nun soll die gerichtliche Aufarbeitung beginnen.

Im ominösen Betrugsfall um die tödlich verunglückten Chefs des Leipziger Internetkonzerns Unister, Thomas Wagner und Oliver Schilling, soll in Kürze eine erste Anklage erhoben werden. Die Vorbereitungen dazu befänden sich in einem „fortgeschrittenen Stadium“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Wolfgang Klein. Bei dem Beschuldigten handelt es sich um Wilfried S., einen Kreditvermittler aus Unna in Nordrhein-Westfalen. Ihm wird Beihilfe zum Betrug in einem besonders schweren Fall vorgeworfen. Er sitzt seit Ende Juli in Untersuchungshaft.

Unister-Gründer Wagner soll kurz vor seinem Tod Mitte Juli bei einem sogenannten Rip-Deal in Venedig um mehr als eine Million Euro betrogen worden sein. Der Beschuldigte soll den Kontakt zu dem mutmaßlichen Betrüger - angeblich ein israelischer Diamentenhändler - vermittelt haben. Einen Tag nach dem Deal war Wagner auf dem Rückflug bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben gekommen.

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Wie Unister-Chef Thomas Wagner in Venedig betrogen wurde

Wagner hatte zur Rettung seines in Schieflage geratenen Konzerns in Venedig ein Kreditgeschäft über zehn Millionen Euro abwickeln wollen. Zur Absicherung soll er 1,5 Millionen Euro in bar übergeben und im Gegenzug einen Koffer mit Schweizer Franken erhalten haben, von denen allerdings nur die oberste Lage echt gewesen sein soll. Darunter befand sich Falschgeld.

Noch vor dem Abflug aus Venedig hatte Wagner Anzeige bei der italienischen Polizei erstattet. Am Absturzort wurden 10 000 Schweizer Franken gefunden. Kurz nach dem Tod des Firmengründers hatte die Unister Holding Insolvenz angemeldet.

Bei ihren Ermittlungen arbeitet die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit den italienischen und den slowenischen Behörden zusammen. Die Anklage gegen den Mann aus Unna, der nicht mit nach Venedig gereist und zwei Wochen nach dem Absturz festgenommen worden war, werde gesondert behandelt, sagte Oberstaatsanwalt Klein.

Dies sei schon aufgrund der langen Dauer der Untersuchungshaft geboten. Unabhängig davon liefen die Ermittlungen gegen die anderen Verdächtigen weiter. Um wen es sich bei dem angeblichen Diamantenhändler handelt, sei noch immer ungeklärt.

LVZ

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